Positives Denken ermöglicht fröhliches Arbeiten

11. Juni 2002, 16:42
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"Wer Spaß im Privatleben hat, ist auch glücklicher im Beruf", sagt der Motivationstrainer Wolfgang Suppan. Er versucht schon seit Jahren, Managern zu bewussterem, glücklicherem und ausgefüllterem Leben zu verhelfen.

"Wenn man bewusster lebt, macht das Leben viel mehr Spaß", sagt mit einem spitzbübischen Lächeln der Mittfünfziger am anderen Ende des Tischs.

Wolfgang Suppan (54) weiß, wovon er spricht. Der gelernte Reproduktionstechniker und Drucker ist seit 1972 Trainer renommierter Unternehmen (Aventis, Lufthansa, Deutsche Post) und bekannter österreichischer Manager. Er hat aus seinen eigenen Problemen gelernt und gibt seine Tipps seit Jahren in gut besuchten Seminaren weiter: "Ich habe eine Scheidung hinter mir und war selber am Boden zerstört. Doch ich habe eines Tages gelernt, loszulassen und mein Leben wieder fest in den Griff zu bekommen", erzählt er offen.

Zum radikalen Veränderungsprogramm zählte auch eine neue, um 20 Kilogramm Körpergewicht leichtere Optik. "Es gehört eine gehörige Portion Selbstwertgefühl dazu, sich aus einer prekären Situation wieder herauszuhanteln", konstatiert der Trainer.

Wie auf der Theaterbühne

Manchmal, so der Autor zahlreicher Bücher, müsse man Abstand zu gewissen Situationen finden. Das beginnt im Beruf, wo die meisten Menschen mit Vorgesetzten und Kollegen Probleme haben. Dabei ist alles doch so simpel, meint Suppan mit einem Lächeln: "Vergleichen Sie doch einfach ein Unternehmen mit einer Theaterbühne. Der Chef ist der Regisseur, der sein Geld eingesetzt hat, damit das Werkel funktioniert. Der Mitarbeiter ist der Schauspieler. Die Kunden sind die Zuseher." Und nun gelte es ein Beziehungsband zwischen diesen drei höchst eigenwilligen Persönlichkeiten aufzubauen.

Ikea fällt Wolfgang Suppan spontan als Paradebeispiel für ein optimal organisiertes Unternehmen ein. "Die haben gelernt, den Kunden mit Respekt zu behandeln und auch im Unternehmen selbst gut miteinander auszukommen."

Lachen empfohlen

Spaß am Arbeitsplatz ist wichtig, erklärt Wolfgang Suppan. Auch wenn die Zeiten nicht so rosig sind: "Ich empfehle jedem, mindestens dreimal am Tag zu lachen oder eine Grimasse zu ziehen. Denn es gibt nichts Schlimmeres als schlecht gelaunte Kollegen. Das spüren sogar die Kunden per Telefon."

Und Probleme mit dem Chef?

"Der Chef ist das, was ich von ihm denke", kontert Suppan. Negative Ereignisse soll man analysieren, mit dem Chef ein Gespräch suchen und die Position "Häuptling - Indianer" klären. Lob sei ebenfalls ein wichtiges Element in der Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter. Anerkennung in schriftlicher Form noch wichtiger. Spaß im Beruf hat man dann, wenn man seine Talente nützt, resümiert Suppan. Und Probleme gibt es eigentlich nie, nur neue Herausforderungen. Das sei sein Rezept. "Die Menschen denken viel zu negativ, das sollten sie ändern." (Judith Grohmann/DER STANDARD, Printausgabe)

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