KPNQwest Österreich nun ebenfalls in Konkurs

6. Juni 2002, 18:52
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Tochter folgt der Muttergesellschaft - Insgesamt 36 Millionen Euro Schulden

Wie der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) mitteilt ist im Gefolge des Konkurses der KPNQWest nun auch über dessen Österreich-Tochter das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Betroffen davon sind die KPNQWest Austria GmbH – und damit 91 Mitarbeiter – und die KPNQWest Austria Assets GmbH. Als Ursache der Pleiten wird auf den Konkurs der Muttergesellschaft und die intensiven Konzernverflechtungen hingewiesen. Die Konzernmutter hatte mit einem Schuldenstand von fast 2 Milliarden Euro bereits am 31. Mai Konkurs angemeldet. Laut einer Sprecherin zählen 40 Prozent der österreichischen Top 500-Unternehmen zu den Kunden des Unternehmens. Bis zum Schluss habe man damit in Österreich ein profitables Geschäft betrieben. Ein Teil der Verbindlichkeiten des Konzerns habe aber auch auf die Österreichtochter durchgeschlagen, betonte die Sprecherin.

Es geht weiter

Laut KSV ist nun beabsichtigt, das Unternehmen im Konkurs vorerst weiterzuführen. Zum Masseverwalter hat das Gericht den Wiener Rechtsanwalt Christof Stapf bestellt, der zuletzt bei der Insolvenz der Wiener Internetfirma YLine in Erscheinung getreten ist. Die Aufgabe des Masseverwalters werde es sein, zu entscheiden, ob eine dauerhafte Weiterführung möglich ist, so der KSV.

Schulden

Insgesamt ist die KPNQwest Austria mit Passiva von 36 Millionen Euro in Konkurs gegangen. 21 Millionen Euro Passiva entfallen davon auf die KPNQwest Austria GmbH, 15 Millionen Euro auf die KPNQwest Asset Austria GmbH. Dem stehen in der KPNQwest Austria GmbH 10 Millionen Euro inländischer Aktiva gegenüber. Eine Bewertung der Aktiva in der KPNQwest Asset Austria GmbH ist vorerst nicht möglich, teilte der KSV weiter mit. Die Überschuldung der KPNQwest Austria GmbH beträgt damit 11 Millionen Euro.

Das Basisnetz und die Kundenzugangsleitungen der KPNQWest soll, wie vor wenigen Tagen verlautete, von der Telekom Austria weitergeführt werden.

Keine Ausfälle bei Chello

Inzwischen hat der Internet-Provider chello von UPC, der bisher den Glasfaser-Backbone von KPNQwest benutzte, den Umstieg zu alternativen Betreibern eingeleitet. "Der Migrationsprozess soll noch innerhalb dieser Woche abgeschlossen sein. Bis dahin kann es zu Verzögerungen beim Internetsurfen und E-Mail-Empfang kommen", erklärte Ingeborg Schultes-Holenka, Pressesprecherin von UPC-Österreich. "Der Umstieg auf andere Anbieter erfolgt europaweit einheitlich." Netzausfälle werden nach Auskunft von Schultes-Holenka nicht erwartet. (apa/red/pte)

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