Armitage "sehr ermutigt" nach Treffen mit Musharraf

6. Juni 2002, 14:05
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US-Vizeaußenminister : Indien und Pakistan wollen keinen Krieg - Rumsfeld nächste Woche in Krisenregion

Islamabad - US-Vizeaußenminister Richard Armitage hat sich nach einem Treffen mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf in Islamabad "sehr ermutigt" gezeigt. Musharraf wolle keinen Krieg mit Indien, sagte Armitage am Donnerstag im pakistanischen Fernsehen. Dasselbe gelte für Indien. Musharraf habe versichert, dass an der Grenze in der umstrittenen Kaschmir-Region "nichts passiere", sagte Armitage. Allerdings sei die Lage sehr kompliziert und unbeständig.

Nach den Worten von Armitage habe der pakistanische Staatschef klar gemacht, dass er den Frieden wolle und nicht die Initiative zu einem Krieg ergreifen werde. Die Gespräche mit Musharraf sehe er als eine "gute Basis" für weitere Verhandlungen. Die militärischen Aktivitäten im Westen Pakistans zur Bekämpfung der terroristischen El Kaida seien von der Kaschmir-Krise unberührt, sagte Armitage.

Der Vizeaußenminister wollte am Freitag weiter nach Neu-Delhi weiterreisen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld reist kommende Woche in die Krisenregion.

Rumsfeld: Situation sehr gefährlich

Nach Armitage soll US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in der kommenden Woche die US-Vermittlungsbemühungen fortsetzen. Nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair hatte Rumsfeld in London erklärt, die Situation sei aus amerikanischer Sicht noch immer sehr gefährlich. Die USA betrachteten die Beziehungen zu beiden Ländern als wichtig.

Auch US-Außenminister Colin Powell sprach von einer Krisensituation um Kaschmir, die sich nach dem jüngsten Anschlag mutmaßlicher Kaschmir-Extremisten auf eine indische Armee-Einrichtung mit über 30 Toten im Mai noch verschärft hatte. Auslöser der jüngsten Spannungen war der Anschlag von Rebellen auf das indische Bundesparlament in Neu-Delhi im vergangenen Dezember gewesen. Powell zufolge ist der Zeitpunkt für ein Spitzentreffen Musharrafs mit Vajpayee noch nicht erreicht. Auch dem russischen Präsidenten Wladimir Putin war es auf dem Sicherheitsgipfel in Almaty in Kasachstan vor wenigen Tagen nicht gelungen, beide Politiker zur direkten Begegnung zu bewegen. Indien sieht Pakistan hinter den Anschlägen radikaler Moslems auf indisches Territorium. Pakistan bestreitet dies. (APA/Reuters/dpa)

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