Chirac-Anhänger haben schon zwei Sitze in der Nationalversammlung

3. Juni 2002, 19:36
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Minister: In zwei Wahlkreisen in den französischen Überseegebieten liegt die Pro-Chirac Bewegung vorne

Papeete/Paris - Die Anhänger von Präsident Jacques Chirac haben in der neuen französischen Nationalversammlung bereits die ersten beiden Sitze sicher: Nach Angaben des Pariser Übersee-Ministeriums erreichten Kandidaten der Pro-Chirac-Bewegung UMP in beiden Wahlkreisen des entlegenen Territoriums Französisch-Polynesien auf Anhieb die erforderliche Mehrheit. Die Bewohner der fünf Pazifik-Archipel um Inselparadiese wie Tahiti und Bora Bora waren bereits am Samstag zum ersten Wahlgang aufgerufen und damit acht Tage vor den Bewohnern des französischen Festlandes. Im Pariser Palais Bourbon sitzen 577 Abgeordnete, 22 von ihnen kommen von außerhalb des Kernlandes.

Als Abgeordneten der Nationalversammlung bestätigten die Polynesier im ersten Wahlkreis den Neu-Gaullisten Michel Buillard mit 62 Prozent der Stimmen klar. Im zweiten Wahlkreis setzte sich Beatrice Vernaudon, die ebenfalls als Bewerberin der Chirac-Partei RPR und der Sammlungsbewegung UMP angetreten war, mit 56,40 Prozent durch.

Der von Chirac eingesetzte Übergangs-Premierminister Jean-Pierre Raffarin zeigte sich optimistisch über den Ausgang der gesamten Wahl am 9. und 16. Juni: Bislang stelle sich die Wahl für sein Lager "eher günstig" dar, sagte der Rechtsliberale der Tageszeitung "La Montagne" vom Dienstag in einem vorab veröffentlichten Interview.

Konservative und Liberale bräuchten "eine Mehrheit, um das Programm des Präsidenten in die Tat umzusetzen", warb Raffarin. "Mein wichtigster Gegner ist die Kohabitation." Eine derartige politische Zwangsehe wie in den vergangenen fünf Jahren zwischen Chirac und dem Sozialisten Lionel Jospin sei schädlich und spalte die Franzosen. Nach fünf Jahren Sozialismus sei es Zeit für einen Wechsel.(APA)

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