Bisher drei Kriege zwischen Indien und Pakistan

26. August 2003, 19:27
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Latenter Kaschmir-Konflikt seit der Teilung von Britisch-Indien

Hamburg - Seit der Teilung von Britisch-Indien im August 1947 haben Indien und Pakistan drei Kriege geführt. 1948 und 1965 ging es um die Himalaya-Region Kaschmir. 1971 wurde Ost-Pakistan mit Hilfe der indischen Armee als Bangladesch unabhängig.

ERSTER KASCHMIR-KRIEG:

Im damals noch eigenständigen Fürstenstaat Kaschmir erhoben sich 1947 moslemische Rebellen gegen den hinduistischen Maharadscha Hari Singh. Als der Autokrat seine Herrschaft bedroht sah, rief er Neu Delhi zu Hilfe und versprach als Gegenleistung den Anschluss an die Union. Indien schickte am 27. Oktober 1947 Truppen. Erst am 8. Mai 1948 griffen reguläre pakistanische Verbände zu Gunsten der Rebellen in die Kämpfe ein. Schließlich gelang es den Indern, den größeren südöstlichen Teil Kaschmirs unter ihre Kontrolle zu bringen.

Am 1. Jänner 1949 trat ein von der UNO vermittelter Waffenstillstand in Kraft. Im Juli einigten sich die Parteien auf eine Trennungslinie, bis heute die de-facto- Grenze in der Region. 1957 wurde der von Indien besetzte Teil in die Republik Indien eingegliedert. Eine 1948 von den UN verlangte Volksabstimmung über die Zukunft des mehrheitlich von Moslems bevölkerten Kaschmir hat der Hindu-Staat Indien bis heute ignoriert.

ZWEITER KASCHMIR-KRIEG:

Nach von Pakistan unterstützten Unruhen der moslemischen Bevölkerung kam es vom 30. August bis 29. September 1965 zu schweren Luft- und Panzergefechten beider Armeen. Am 1. September stießen die Pakistanis über die Waffenstillstandslinie von 1949 vor. Fünf Tage später überschritten die Inder die Grenze in Richtung auf die pakistanische Provinzhauptstadt Lahore, wurden von den zahlenmäßig unterlegenen Pakistanern jedoch mit moderneren Waffen zurückgeschlagen. Die UNO vermittelte eine Waffenruhe ab 29. September. Die Truppen wurden erst nach Vermittlung Moskaus hinter die alten Linien zurückgezogen. Im Vertrag von Taschkent vom Jänner 1966 vereinbarten beide Länder wieder den Austausch von Botschaftern. Die Feindschaft blieb.

KRIEG WEGEN OST-PAKISTAN:

Aus einem sechsmonatigen Bürgerkrieg der Ost-Pakistanis gegen Truppen aus dem dominierenden West-Pakistan resultierte der dritte Krieg zwischen den Nachbarländern. Auf Scharmützel im ostbengalischen Grenzgebiet reagierte Pakistan am 3. Dezember mit Luftangriffen auf indische Flugplätze in Kaschmir und Kampfhandlungen an der Westgrenze. Hier wie im Osten erwiesen sich die Inder jedoch als weit überlegen. Gemeinsam mit Aufständischen besetzten sie alle größeren Städte im damaligen Ost-Pakistan. Am 16. Dezember kapitulierte das 90 000 Mann starke pakistanische Kontingent im Osten, an der Westfront dauerten die Kämpfe einen Tag länger. Mit der Niederlage war die Teilung Pakistans und die Unabhängigkeit von Ost-Pakistan als Bangladesch besiegelt.(APA/dpa)

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