Zwischen Tradition und Moderne

14. Mai 2002, 12:40
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Gastspiel von "David Murray Power Quartett" im Salzburger "Jazzit"

Salzburg - Das Gastspiel des "David Murray Power Quartett" am Montag Abend im Salzburger "Jazzit" war ein enormer Erfolg für diesen kleinen, jungen Salzburger Jazzclub. Mit mehreren Zugaben im Stil der klassischen "Jazz-Moderne" aber auch mit eigenen "Tunes" begeisterte der 46-jährige Saxofonist und Klarinettist das Publikum im randvoll besetzten Saal und lieferte förmlich Anschauungsunterricht in brillantem Interpretieren und freiem Improvisieren.

David Murray ist einer der produktivsten Jazzmusiker der Gegenwart. Kenner und Fachkritik halten ihn zudem für einen der Wichtigsten. 200 eigene Platten und 100 weitere, auf denen er mitgewirkt hatte, sind Jazzgeschichte und haben Murray einen Grammy und den berühmten "Bird Award" eingebracht. Durch die Gründung des World Saxophone Quartetts, einer eigenen Bigband, des "David Murray-Octets" und diverser Ethno- und HipHop-Projekte ist Murray ebenso zum Vorbild einer Generation junger Jazzmusiker geworden wie durch seine oft kopierte Zirkulationstechnik. Diese erlaubt dem Bläser, sein Instrument zu spielen, ohne dabei Luft holen zu müssen.

Nahtstelle zwischen Tradition und Moderne

Begleitet wird Murray auf seiner Europatournee durch Spanien, Ungarn, England, Belgien und Österreich von Lafayette Gilchrist am Piano, Jaribu Shahid am Bass und Hamid Drake am Schlagzeug. Diese "Rhythmusgruppe" ist mehr als Begleitung, besonders das Schlagzeugspiel von Drake ist ein Erlebnis für sich. Mit virtuoser, verspielter Leichtigkeit testen diese Musiker die Nahtstelle zwischen Tradition und Moderne dieser Musikgattung auf ihre Belastbarkeit ohne jemals die Hauptbotschaft ihres Tuns, die Spielfreude, aus den Augen zu verlieren. (APA)

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