Wickel bei Microsoft: Gates verteidigt Geschäftsstrategie gegen interne Kritiker

22. April 2002, 19:55
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Konzerngründer brach in Tränen aus

Microsoft-Chef Bill Gates hat in einem vertraulichen Treffen von Spitzenmanagern die Strategie seines Software-Unternehmens gegen Vorwürfe aus den eigenen Reihen verteidigt. Gates habe auf einer internen Konferenz vor 90 Top-Managern Ende März unter Tränen beschrieben, wie sich das Kartellverfahren gegen Microsoft auf sein persönliches Leben und seinen Arbeitsalltag ausgewirkt habe, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag.

Emotional aufgewühlt

Die Zeitung berief sich dabei auf Teilnehmer des Meetings, die von einem emotional aufgewühlten Microsoft-Gründer berichteten. Microsoft habe dieser Beschreibung widersprochen und stattdessen den Beitrag als "leidenschaftlich" charakterisiert. Bill Gates sagte im Lauf des Montag im Kartellverfahren gegen den weltgrößten Software- Konzern vor einem US-Bundesgericht in Washington aus.

Verhaltene Kritik

Vor der Rede von Gates habe Orlando Ayala, Leiter der Gruppe für Worldwide Sales, Marketing und Services, zur Überraschung der Runde indirekt das Verhalten der Microsoft-Führung kritisiert, berichtet die Zeitung. Er sei nicht stolz darauf, was Microsoft zum Teil getan habe. Ayala appellierte dem Bericht zufolge an seine Kollegen, Microsoft müsse seine Produkte anders bauen und sein Verhalten gegenüber Kunden ändern.

"Ich bin der Überzeugung, dass die Firma die Kunden noch viel besser bedienen kann."

In einem Interview am Sonntag sagte Ayala, er habe in seiner Präsentation auch betont, wie sehr er Microsoft liebe. "Ich bin der Überzeugung, dass die Firma die Kunden noch viel besser bedienen kann. Wenn ich aber nicht stolz (auf Microsoft) wäre, würde ich nicht für dieses Unternehmen arbeiten." (APA)

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