Ermordete Frau in Müllcontainer galt seit Monaten als vermisst

28. März 2002, 09:13
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Grazerin wurde erwürgt - Über Täter und Motiv herrschte noch Rätselraten

Graz - Ein Spaziergänger machte Dienstagnachmittag im Grazer Stadtteil Rosenhain einen grausigen Fund: in einem Müllcontainer steckte die Leiche einer Frau. Nach Angaben des Leiters der Grazer Kriminalpolizei, Anton Lehr, dürfte es sich bei der Toten mit größter Wahrscheinlichkeit um eine 50-jährige Grazerin handeln, die seit 12. Oktober 2001 abgängig war. Damals war von der Tochter Abgängigkeitsanzeige erstattet worden. Um völlige Gewissheit zu haben, müssten noch einige Identifikationsmerkmale verglichen werden, so Lehr. Sicher ist jedenfalls, dass die Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist.

Laut Polizei habe die Obduktion Tod durch Erwürgen ergeben. Die Leiche war in einem Plastiksack verpackt gewesen und steckte kopfüber in dem Kübel. Sack und Müllkübel waren mit Isolierband zugeklebt. Vermutlich dürfte der Container samt Inhalt mit einem Auto in das Wäldchen nahe der Rosenbergstraße gebracht worden sein. Die Gegend ist tagsüber ein beliebtes Ziel für Spaziergänger aus der Stadt.

Über Täter und Motiv herrschte noch Rätselraten. Aus ersten Ermittlungen am Wohnort des wahrscheinlichen Opfers in einem anderen Stadtteil ergaben sich keine näheren Hinweise. Auch der im Wald gefundene Müllcontainer konnte nicht eindeutig der Wohnanlage zugeordnet werden.

DNA-Spuren

Am Mittwoch waren Kriminalisten mit der Spurensicherung - unter anderem wurden DNA-Spuren am Tatort abgenommen - und mit ersten Einvernahmen im Umfeld des vermutlichen Verbrechensopfers beschäftigt. Den kriminalistischen Erfahrungen nach führt die Aufklärung von Morden in 90 Prozent der Fälle über den Bekanntenkreis der Opfer. Mit einer raschen Aufklärung der Bluttat rechnete Kripo-Chef Lehr allerdings nicht: "Das wird kriminalistische Kleinarbeit." (red, DER STANDARD Print-Ausgabe 28.März.2002)

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