Chefdirigenten-Karussell

28. März 2002, 21:49
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Marc Piollet bis 2005 an der Volksoper

Wien - Fast genau vor einem Jahr wurde der Vertrag von Thomas Hengelbrock als Musikchef der Volksoper von Dominique Mentha "unbefristet verlängert". Nun kann man sich etwas darunter vorstellen: Wie die Presse berichtete, wird Hengelbrock 2003 vom Franzosen Marc Piollet abgelöst. Der Grund: Durch die Arbeit an der Volksoper fühle sich Hengelbrock in seiner Freiheit, sich speziellen Projekten widmen zu können, eingeschränkt, so Mentha gegenüber dem STANDARD.

Piollet wird wie Mentha bis 2005 an der Volksoper bleiben. Er wird 20 bis 30 Vorstellungen pro Saison dirigieren - mit dem Volksopernorchester wird er "eher mehr" Konzerte geben als Hengelbrock, so Mentha. Der Vertrag, der ihn für sechs Monate im Jahr an die Volksoper bindet, ist noch nicht unterschrieben. Mentha hebt Piollets breites Opernrepertoire hervor, wobei die Operette nicht zum Interessenkreis des Dirigenten zu zählen sei. Piollet studierte in Berlin, er besuchte u. a. Kurse bei John Eliot Gardiner. 1989 wurde er Chef der Jungen Sinfonie Berlin; 1997 debütierte er an der Hamburgischen Staatsoper. An der Volksoper wird man ihn bald bei La Traviata (18. Mai) erleben, im Herbst wird er die Premiere von (von Pietro Mascagni) dirigieren.

In seiner Amtszeit wird er die Premiere von Beethovens Leonore leiten und womöglich auch die Uraufführung von Detlef Heusingers Riefenstahl-Oper, die Hans Neuenfels inszenieren wird. Mit seiner Frau Elisabeth Trissenaar in der Hauptrolle.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. 3. 2002)

Von
Ljubisa Tosic

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