Schicker präsentiert die "Großen Zehn"

28. März 2002, 13:16
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Zehn große und hunderte kleine Baustellen werden den Wienern den Sommer "versüßen" - Der Sommerplan ist da

Wien - Hieße Wiens Planungsstadtrat Hubert, hätte er seine Pressekonferenz am Mittwoch wohl an den Werbeslogan einer großen Bank angelehnt. Da Schicker (SP) aber Rudolf heißt, proklamierte er nicht "Rudolf macht was", sondern entschuldigte sich: "Mit Behinderungen ist zu rechnen." Und, so der Planungsstadtrat, das nicht zu knapp: Wiens zuverlässigster Frühlingsbote ist nicht der österliche Kaltlufteinbruch, sondern die Veröffentlichung der Pläne zum Sommer-Ferienspiel "Das große Buddeln". Statt "Holli Knolli" wird der Stau anzeigen, wo die Straßenbauer den Sommer am intensivsten zelebrieren.

Die Top Ten

Die "Top Ten" des sommerlichen Straßenaufrisses präsentierte Schicker ohne echte Freude - weiß er doch, dass noch "hunderte kleinere Baustellen" das Ausweichen zum Stadtabenteuer machen.

Besonders "lustig" dürfte es am Schwarzenbergplatz, 3. Bezirk und am Gürtel zugehen: Der Umbau des Platzes sowie der Bau der S7 legen sukzessive ganze Regionen nahezu lahm. Und weil die Unterführungen am Matzleinsdorfer- und Südtirolerplatz "wie Tropfsteinhöhlen" (Schicker) aussehen, wird auf - jeweiligen - Einspurbetrieb umgestellt. Auch wenn das erst nach der ersten großen Abreisewelle geschehen soll, weiß Schicker, was das heißt. Sein Tipp "großräumig ausweichen". Oder aufs Auto verzichten: Denn die Chance beim Ausweichen einen anderen Sommerhit hautnah zu erleben ist (siehe Grafik) groß.

Minister unerreichbar

An aller Autofahrerpein will der Stadtrat aber nicht Schuld sein: Die Bemautung der Nordbrücke betonte er wiederholt, sei erstens "schlecht" und zweitens eine Bundesentscheidung, gegen die Wien bereits frühzeitig opponiert habe. Mehr als der Polizei - wie STANDARD berichtete - bis Juni die Idee "Mahnen statt Strafen" einzureden, sei nicht möglich gewesen.

Mit Infrastrukturminister Matthias Reichhold (FP) würde er "wenn ich endlich einen Termin bekomme" gerne darüber diskutieren. Aber nicht nur er, Schicker, sondern die gesamte Verkehrsproblematik der Ostregion - Transitlawine, Schienen-, Straßen- und Infrastrukturausbau - dürfte, so der Planungsstadtrat bei Reichhold auf die Warteschleife gelegt worden sein.

Widmungsaffäre

In einer ganz anderen Causa, der Affäre um die rechtswidrigen Widmungsmethoden eines mittlerweile pensionierten Beamten, wolle er sich aber keinesfalls Untätigkeit vorwerfen lassen: Neu aufgetauchte Indizien über mögliche persönliche Vorteile, die der Beamte aus seinen Widmungen gezogen haben könnte, gingen über die Befugnisse seines Ressorts hinaus. "Da sind jetzt andere, die Magistratsdirektion oder der Staatsanwalt, dran." (rott/DER STANDARD, Printausgabe 28.03.2002)

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