Deutscher Kanzler bekennt sich zur Braunkohle

27. März 2002, 13:31
posten

Schröder warnt vor "überzogener" Klimaschutzpolitik

Profen - Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder hat vor einer überzogenen Klimaschutzpolitik gewarnt. "Die Verstromung von Braunkohle muss in Deutschland auch weiterhin möglich sein", sagte Schröder am Mittwoch bei einem Besuch im Tagebau Profen (Sachsen-Anhalt). Energieerzeuger dürften durch Klimaschutzpolitik und Emissionshandel nicht zur Abwanderung ins Ausland gezwungen werden, meinte der Kanzler.

Schröder erinnerte vor rund 120 Beschäftigten der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft MIBRAG daran, dass etwa ein Viertel des Stroms in der Bundesrepublik auf Braunkohlebasis erzeugt wird. "Wir sind darauf angewiesen, die heimischen Energieträger zu nutzen", sagte der Kanzler. Die Abhängigkeit von importierten Energieträgern wie Erdöl und Gas müsse verringert werden. Deshalb habe man für die Braunkohle Planungssicherheit geschaffen und werde sich auch langfristig für diesen Energieträger engagieren.

Ulrich Freese, Mitglied des Vorstands der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie bekannte sich für die IG BCE zu den bei den Konferenzen von Kyoto, Bonn und Marrakesch erreichten Klimaschutz-Zielen. "Der jüngste Versuch der EU-Kommission, den Rechtsrahmen für einen Emissionshandel zwischen Unternehmen zu etablieren, widerspricht allerdings dem erfolgreichen Weg der Selbstverpflichtung", meinte Freese. Der verpflichtende Handel zwischen einzelnen Unternehmen, so wie ihn der EU-Vorschlag vorsehe, würde das Ende der heimischen Energieträger und der energieintensiven Industrien einläuten, sagte der Gewerkschafter.(APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Braunkohlengrube Garzweiler bei Köln

Share if you care.