Immer noch abgereichertes Uran in Jugoslawien

27. März 2002, 16:49
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Drei Jahre nach NATO-Luftangriffen - Regelmäßige Untersuchung des Grundwassers empfohlen

Genf - Drei Jahre nach dem Kosovo-Krieg sind mehrere Regionen in Serbien und Montenegro immer noch mit Uran verseucht. Die Belastung von Boden, Pflanzen und Luft sei "weit verbreitet, aber niedrig", hieß es in einem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Bericht des UNO-Umweltprogramms (UNEP). Eine direkte Bedrohung für Umwelt oder menschliche Gesundheit bestehe zwar nicht, Vorsichtsmaßnahmen seien aber dringend angeraten, sagte UNEP-Direktor Klaus Töpfer. Bei den Luftangriffen auf Jugoslawien 1999 setzten die USA Munition mit schwach radioaktivem, abgereichertem Uran ein.

Sorgen über mögliche Verseuchung des Grundwassers

Die UNEP nahm die Untersuchungen auf, nachdem bei den Angriffen eingesetzte NATO-Soldaten und Bewohner der Region Besorgnis über mögliche Gesundheitsrisiken geäußert hatten. Das Expertenteam sei überrascht gewesen, so lange nach Ende des Krieges noch Partikel abgereicherten Urans in der Luft vorzufinden, erklärte Teamleiter Pekka Haavisto. Langfristig bereite vor allem die mögliche Verseuchung des Grundwassers durch langsam verrostende Munitionsteile Sorge. Die Wasserqualität müsse jährlich überprüft werden, hieß es in dem Bericht. Auch die Bevölkerung müsse über die Risiken aufgeklärt werden, forderte Haavisto.

Das von der Schweiz finanzierte Expertenteam bereiste die Region vom 27. Oktober bis zum 5. November. Die 14 Fachleute untersuchten fünf von elf Orten in Serbien, an denen uranhaltige Munition eingesetzt wurde, sowie den einzigen derartigen Ort in Montenegro. Das Team nahm 161 Proben, die in Labors in der Schweiz und Italien untersucht wurden. Nach einer Überprüfung von elf Orten im Kosovo hatte UNEP bereits im vergangenen Jahr eine leichte Verstrahlung in der unmittelbaren Umgebung von Bombenzielen und eine leichte Verseuchung mit abgereichertem Uranstaub festgestellt.(APA/AP)

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