Kommandant der ISAF für Verlängerung des Einsatzes in Afghanistan

25. März 2002, 14:03
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Terrordrohungen gegen internationale Soldaten in Afghanistan

Kabul - Auch der Kommandant der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF), John McColl, hat sich für eine Verlängerung des Einsatzes ausgesprochen. Es wäre "äußerst hinderlich", die Schutztruppe genau dann abzuziehen, wenn in Afghanistan der Stammesrat Loja Jirga zusammenkomme, um die neue 18-monatige Übergangsregierung zu wählen, sagte McColl am Montag in Kabul. Laut UNO-Resolution läuft das Mandat der ISAF am 15. Juni aus. Die Vereinten Nationen und der Chef der afghanischen Übergangsregierung, Hamid Karsai, haben mehrfach auf eine Verlängerung gedrängt.

Die verbliebenen El-Kaida- und Taliban-Kämpfer planen indessen offenbar Sprengstoffanschläge gegen Bundeswehrsoldaten und andere Mitglieder der ISAF. Außerdem gebe es glaubhafte Berichte über geplante Entführungen, mit denen die Kämpfer ihre gefangenen Gesinnungsgenossen freipressen wollten, berichtete am Montag ISAF-Sperecher Tony Marshall.

Geheimdienstberichtete lassen darauf schließen, dass mindestens sechs Fahrzeuge mit Zündsätzen manipuliert worden seien, um sie in der Nähe von ISAF-Patrouillen in die Luft zu jagen, wie Marshall weiter mitteilte. Auch Journalisten und Mitglieder von Hilfsorganisationen seien bereits gewarnt worden, dass sie zur Zielscheibe von Kidnappern werden könnten.

Die amerikanischen Streitkräfte haben unterdessen ihre Feuerkraft im Osten Afghanistans durch die Verlegung von weiteren Maschinen des Typs A-10 "Thunderbolt" auf den Stützpunkt Bagram erhöht. Die von Piloten auch "Warzenschweine" genannten Flugzeuge überstehen direkte Treffer mit panzerbrechenden und hochexplosiven Geschossen. Die zweimotorige Maschine kann niedrig fliegen und gegen Bodenziele wie Panzer, Höhlen und Befestigungen eingesetzt werden.

Der Streit zwischen den US-Streitkräften und ihren afghanischen Verbündeten im Raum Khost schwelt derweil weiter. Die Afghanen warfen den USA vor, zwei Verdächtige nicht auszuliefern, die für den Anschlag auf einen örtlichen Sicherheitschef verantwortlich sein sollen. Die Männer sollen bei den US-Spezialeinheiten in Chost Unterschlupf gefunden haben. Bei dem Anschlag waren am Sonntag drei Männer getötet worden.(APA/AP)

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