Schwa zum Sog'n (III)

24. März 2002, 23:24
posten

Leser Dr. M. meint, dass es Wichtigeres gibt, als hier die Frage zu diskutieren, warum eine unschuldige nordösterreichische Kellnerin auf die Frage, ...

... ob die Spezialität des Hauses: Räucherforelle auf Rohkostsalat warm oder kalt sei, "Schwa zum Sog'n" erwiderte, statt z.B. den Koch zu fragen. - Da hat er Recht. Es gibt Wichtigeres. Davon haben wir täglich die Zeitung voll.

In seinem auch sonst sehr herzlichen Leserbrief attestiert Dr. M. "weltstädtische Präpotenz und intellektuelle Affektiertheit", in der über eine "kleine unbedarfte" Kellnerin hergezogen worden sei. Verzeihung, da muss ich die Kellnerin ein bisschen in Schutz nehmen. Sie war weder klein noch unbedarft. Für sie war es einfach nur "Schwa zum Sog'n", ob die Forelle warm oder kalt war. Und das wussten wir Weltstädter ja ebenfalls nicht, sonst hätten wir die Kellnerin nicht zusätzlich damit belastet.

Zuletzt fragt Dr. M. einfühlsam an, ob wir keine anderen Sorgen haben, als . . . (Sie wissen schon.) Doch, und ob! Darf ich von mir reden? - Ich warte seit 5. März 2001 weltstädtisch auf die zweimal nicht, dreimal fast und zweimal falsch gelieferten Laden für mein Bücherregal. Ob sie eines Tages kommen werden? - Schwa zum Sog'n.

(DER STANDARD, Printausgabe vom 25. März 2002 )

Von
DANIEL GLATTAUER

NACHLESE

Schwa zum Sog'n (I)

Schwa zum Sog'n (II)
Share if you care.