Russische Soldaten setzen Offensive in Grosny fort

25. März 2002, 13:03
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Mindestens 120 mutmaßliche Rebellen festgenommen

Wladikawkas - Russische Soldaten haben in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny und umliegenden Orten nach eigenen Angaben innerhalb von 24 Stunden mindestens 120 mutmaßliche Rebellen in Gewahrsam genommen. Die Festgenommenen stünden unter Verdacht, sich an separatistischen Offensiven beteiligt zu haben, erklärte ein Behördensprecher in Wladikawkas. Die Organisation Human Rights Watch (HRW) warf den russischen Truppen schwere Verstöße gegen die Menschenrechte vor.

Folter und das Verschwinden von Verdächtigen seien in Tschetschenien nach wie vor an der Tagesordnung, hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung von Human Rights Watch. Allein in der Ortschaft Starji Atagi seien in den vergangenen Tagen mindestens zehn Männer verschwunden, neun weitere seien tot aufgefunden worden. Die UN-Menschenrechtskommission müsse Russland bei ihrem Treffen kommende Woche in Genf auffordern, Sonderermittler ins Land zu lassen, sagte die HRW-Leiterin für Europa und Zentralasien, Elizabeth Andersen.

Auch seit dem Ende der russischen Großoffensive im Frühjahr 2000 kommt es noch immer fast täglich zu vereinzelten Angriffen tschetschenischer Separatisten. Dabei kamen allein in den vergangenen 24 Stunden mindestens sechs russische Soldaten und Polizisten ums Leben. (APA/AP)

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