Schwächste Frühjahrsbelebung in Deutschland seit neun Jahren

23. März 2002, 12:56
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Im März waren 4,2 Millionen ohne Arbeit

Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist nach einem Bericht der Zeitung "Welt am Sonntag" im März lediglich um 100.000 zurückgegangen. Im laufenden Monat seien knapp 4,2 Millionen Menschen ohne bezahlte Beschäftigung gewesen, meldete die Zeitung am Samstag unter Berufung auf Arbeitsmarktexperten im Voraus. Das sei die schwächste Frühjahrsbelebung seit neun Jahren. Die deutsche Bundesanstalt für Arbeit will die Zahlen für den März am 9. April vorlegen. Im Februar waren 4,3 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet gewesen.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, forderte in der "Welt am Sonntag" durchgreifende Reformen am Arbeitsmarkt. Auf diese Weise könnte die Arbeitslosigkeit um ein Drittel gesenkt werden. So sollten etwa die Tariflöhne für ältere Arbeitslose wesentlich gesenkt werden; nur so ließen sich deren Chancen am Arbeitsmarkt erhöhen.

Der Chef der DIW-Konjunkturabteilung, Gustav-Adolf Horn, rechnet im Jahresdurchschnitt mit vier Millionen Arbeitslosen. Horn sagte der "Berliner Zeitung" vom Samstag, er sehe für das laufende Jahr weder bei den Beschäftigungslosen noch in der Konjunktur eine durchgreifende Besserung. Die DIW-Wachstumsprognose von 0,6 Prozent müsse allenfalls geringfügig korrigiert werden. "Eine eins vor dem Komma halte ich für eher unwahrscheinlich", sagte der Berliner Konjunkturexperte.

Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) hatte seine Wachstumsprognose als erstes großes deutsches Institut in dieser Woche auf 0,8 nach 0,6 Prozent heraufgesetzt. Die Bundesregierung erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum von 0,75 Prozent und knapp unter 3,99 Millionen Arbeitslose. (APA/Reuters)

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