EU will Änderung der Gaslieferverträge

22. März 2002, 15:56
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Klausel untersagt bislang Wiederverkauf innerhalb der EU-Staaten

Brüssel/Moskau - Die EU-Kommission möchte eine Änderung der Gaslieferverträge zwischen den Produzentenländern Russland und Algerien und Importeuren mehrerer EU-Länder erreichen. Wie die Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti am Freitag in Brüssel erläuterte, stößt sich die Behörde an der Klausel, die den Importeuren einen Wiederverkauf an andere EU-Staaten untersagt. Aus ihrer Sicht verstößt dies gegen den freien Wettbewerb innerhalb der EU.

Nicht rütteln will die EU-Kommission dagegen an der Langfristigkeit der Lieferverträge. Gespräche führt die EU-Kommission in dieser Angelegenheit bereits seit zwei Jahren mit der russischen Gazprom und der algerischen Sonatrach. Die Behörde prüft alle bestehenden Lieferverträge zwischen den beiden Gasproduzenten und europäischen Importeuren auf die strittige Klausel hin. Dazu gehören dem Vernehmen auch Deutschland und Österreich.

Russland hat Exporte gesteigert

Russland hat heuer seine Gasexporte über die Grenzen der ehemaligen Sowjetunion hinaus im Jänner und Februar um 2,5 Prozent auf über 24,2 Mrd. Kubikmeter gesteigert. Gaslieferungen nach Westeuropa nahmen im Vergleich zu den ersten zwei Monaten des Vorjahres um 1,2 Prozent auf knapp 16,3 Mrd. Kubikmeter zu, meldete die russische Gesellschaft Gasexport am Freitag in Moskau.

Osteuropäische Länder bezogen acht Mrd. Kubikmeter. Das sei um 5,2 Prozent mehr als in dem Berichtszeitraum des Vorjahres, meldete die Agentur Interfax.

2001 waren die russischen Gasausfuhren um 3,4 Mrd. auf 126,9 Mrd. Kubikmeter zurückgegangen. Deutschland blieb mit 32,61 Mrd. Kubikmetern im Wert von 4,2 Mrd. Dollar (4,76 Mrd. Euro) der größte Importeur russischen Gases. (APA)

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