Kinder zeichnen ihr Kopfweh

22. März 2002, 11:17
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Schwere und Qualität der Schmerzen damit gut einschätzbar

Chicago - Zeichnungen von Kopfschmerzpatienten im Kindes- und Jugendalter sind ein wertvolles Hilfsmittel zur Diagnose. In einer US-Studie analysierten Kinderneurologen Zeichnungen von 226 Kindern und Jugendlichen, die unter quälenden Kopfschmerzen leiden, und konnten damit die Schwere und Qualität der Schmerzen fast ebenso gut einschätzen wie mit einer klinischen Untersuchung.

Die Befunde stimmten in einem Großteil der Fälle mit denen der klinischen Analyse überein. Die Methode sei äußerst wertvoll und mit nur geringem Aufwand anwendbar, erklärte der Leiter der im Wissenschaftsmagazin "Pediatrics" (Märzausgabe) veröffentlichten Studie, Carl Stafstrom von der Universität Wisconsin. Zwar dürfe sie die gründliche Untersuchung keinesfalls ersetzen, aber sie liefere wichtige Anhaltspunkte, die die Befunde stützen oder erklären könnten. Vor allem bei Kindern, denen die genaue Beschreibung ihrer Symptome oft schwer falle, seien die Bilder sehr hilfreich.

Unter den Zeichnungen findet sich etwa das Bild eines Zehnjährigen, der seinen Schmerz mit einem grimmigen Mann illustriert, der in einem großen Kopf Trommel spielt. Ein Neunjähriger zeichnete Hammer und Meißel, die Risse in den Kopf reißen.

Für die Kinder sei das zusätzliche Diagnose-Instrument auch keine größere Belastung, befindet die Studie. "Für den Großteil der Kinder ist das Aufzeichnen ihres Kopfschmerzes eher eine angenehme Übung, die es ihnen ermöglicht, ihre Symptome und Gefühle auszudrücken", heißt es. (APA/AP)

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