Ben Elizer: "Kein Waffenstillstand einzig von Seiten Israels"

21. März 2002, 22:42
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Selbstmordattentäter war vor wenigen Tagen festgenommen worden

Jerusalem - Der für den Anschlag im Zentrum von Jerusalem verantwortliche palästinensische Selbstmordattentäter sollte nach Informationen eines israelischen Fernsehsenders eigentlich im Gefängnis sein: Die Autonomieregierung habe den 22-jährigen Mohammed Hashikeh auf Drängen Israels erst vor wenigen Tagen im Norden des Westjordanlandes festgenommen, berichtete ein Privatsender am Donnerstag. Nachdem er im Gebiet von Tulkarem aufgegriffen worden sei, habe die Autonomiebehörde von Israel die Erlaubnis erhalten, den Mann in ein Gefängnis nach Ramallah zu verlegen.

Ein Gefangenentransporter habe die Militärsperren bei der autonomen Stadt passiert, berichtete der Sender weiter. Der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer habe den US-Sondergesandten Anthony Zinni bei einem Treffen darüber informiert.

Anschlag am Donnerstag

Bei dem Anschlag am Donnerstag waren drei Israelis und der Attentäter ums Leben gekommen und mehr als 60 Menschen zum Teil verletzt worden. Die "Brigaden der El-Aksa-Märtyrer", eine radikale Splittergruppe der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat, hatte sich zu dem Anschlag bekannt.

Ministerpräsident Ariel Sharon berief das erweiterte Sicherheitskabinett ein. Zuvor hatte Sicherheitsminister Usi Landau europäische und US-Politiker für den Anschlag mitverantwortlich gemacht. Sie trügen "auf ihren Schultern eine schwere Verantwortung, indem sie Israel zu einem Waffenstillstand gedrängt" hätten, sagte Landau, der als Hardliner in den Reihen der rechtsgerichteten Likud-Partei gilt.

Kabinettskollege Ben Eliezer sagte, es werde "keinen Waffenstillstand einzig von Seiten Israels geben". US-Präsident George W. Bush verurteilte unterdessen den Anschlag. Arafat müsse Fortschritte machen, um die Gewalt in Nahost zu beenden, sagte Bush während eines Besuchs in El Paso im US-Staat Texas. (APA)

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