Spionage-Affäre: Abreise eines US-Diplomaten wirft Fragen auf

21. März 2002, 15:29
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Serbisches Magazin weiß von Treffen mit Perisic - US-Botschaft schweigt

Belgrad - Ein im Zusammenhang mit der Spionageaffäre um den stellvertretenden serbischen Ministerpräsidenten Momcilo Perisic vorübergehend festgenommener US-Diplomat ist Belgrad abgereist. Eine entsprechende Meldung des Wochenmagazins NIN wurde von der US-Botschaft in Belgrad am Donnerstag zunächst nicht bestätigt. Der Geheimdienst der jugoslawischen Armee hatte Perisic am vergangenen Donnerstag zusammen mit dem US-Diplomaten John David Neighbor in einem Restaurant festgenommen.

Neighbor wurde nach 15 Stunden und Perisic nach zwei Tagen freigelassen. Die Armee erwägt eine Klage gegen Perisic, der inzwischen vom Amt zurückgetreten ist. Der militärische Abschirmdienst besitze angeblich Video-Aufzeichnungen von der Übergabe militärischer Geheimnisse an den US-Diplomaten, der angeblich ein hochrangiger CIA-Agent ist.

Perisic war bis 1998 jugoslawischer Generalstabschef und wurde dann vom damaligen Präsidenten Slobodan Milosevic abgesetzt. Er schloss sich mit seiner Bewegung für ein demokratisches Serbien (PDS) der damaligen Opposition an und ist jetzt Mitglied der serbischen Regierungskoalition DOS von Regierungschef Zoran Djindjic. Die USA hatten scharf gegen die vorübergehende Festnahme ihres Diplomaten protestiert.(APA/dpa)

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