Airest trotzt Luftfahrtkrise

21. März 2002, 14:05
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Größter heimischer Airline-Caterer konnte Ergebnis halten - "Gate Bags" im Test

Wien - Der größte österreichische Airline-Caterer Airest hat 2001 trotz der Luftfahrtkrise in Folge der Terroranschläge vom 11. September das Ergebnis auf Vorjahresniveau gehalten. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) lag bei 5,3 Mill. Euro (+0,6 Prozent), der Umsatz ging wegen des Geschäftseinbruchs um 3 Prozent auf 66,5 Mill. Euro zurück. "Wir sind auf dieses Ergebnis sehr stolz", sagte Airrest-Geschäftsführer Georg Urbanski am Donnerstag vor Journalisten. 2002 werde ganz im Zeichen der Konsolidierung stehen, weil die Krise in der Luftfahrt noch fortwirken werde. Urbanski rechnet ab Sommer mit einem Anstieg der Reiselust.

Ohne die Ereignisse des 11. September "hätten wir ein sehr gutes Ergebnis erzielt", so Urbanski, der die Geschäfte der Airest nach dem überraschenden Tod seines langjährigen Co-Geschäftsführers Emmerich König im Vorjahr allein führt. Bis September sei der Catering-Umsatz um 2 Prozent gewachsen, im Gesamtjahr lag er um 6 Prozent unter dem Wert von 2000.

Kosteneinsparungen

Das Vorjahres-EGT zu halten, sei vor allem durch Kosteneinsparungen im Ausmaß von 2,1 Mill. Euro bzw. 3,3 Prozent gelungen. Die ursprünglich geplanten Investitionen von rund 12 Mill. Euro in den Ausbau des Cateringgebäudes, der im Herbst beginnen sollte, seien um ein Jahr zurückgestellt worden. Angesichts der neuen Situation gebe es keinen Kapazitäts-Engpass mehr. Rund 2,7 Mill. Euro wurden 2001 dennoch investiert, rund 1 Mill. davon in eine Computersteuerung für die "warme Küche", der Rest in die Neugestaltung des Selbstbedienungs-Restaurants sowie eine neuen Duty-Free Shops am Salzburger Flughafen.

"Gate Bags"

Um für den Fall weiterer Einsparungen bei den Fluglinien bei der Bordverpflegung gerüstet zu sein - auch die AUA hat auf sehr kurzen Flügen das Bordmenü bereits gestrichen -, testet die Airest derzeit ein neues Konzept mit "Gate Bags", die die Passagiere am Gate kaufen können. Im Angebot sind Sandwiches, Plunder, kleine Naschereien sowie alkoholfreie Getränke. Der Test soll 3 Monate laufen, erst dann werde man entscheiden, welche Produkte und auf welchen Flügen man das neue Angebot einsetzen werde, so Urbanski.

7,5 Millionen Mahlzeiten

Insgesamt beliefert die Airest 30 regelmäßige Fluglinien und rund 10 Chartergesellschaften. 2001 wurden 7,5 Mill. Mahlzeiten verkauft nach 7,6 Mill. im Jahr davor. Allein im Oktober und November gab es Rückgänge von 10 bis 16 Prozent. Die Zahl der Gäste in den mittlerweile 7 Restaurants stieg um 2,3 Prozent auf 3,8 Mill. Der Umsatz aller Airest-Lokale stieg um 3 Prozent auf mehr als 17 Mill. Euro, 2003 soll die Nummer 8 am Pier Ost dazu kommen. Gestiegen sei auch der Umsatz der zur Airest zählenden Geschäfte, wie Wine & More" in Wien.

Normalisierung ab Sommer 2002

Bis zum Sommer ist laut Airest-Geschäftsführer Georg Urbanski noch weiter mit Minuswerten beim Airline-Catering zu rechnen. Dann sei - vorausgesetzt, dass es zu keinen neuen Anschlägen komme -, wieder mit einem Ansteigen der Reiselust zu rechnen. Die Fluggesellschaften müssten allerdings ihre massiv zurückgefahrenen Kapazitäten wieder ausweiten, sagte er. Auf dieser Basis sei im laufenden Jahr 2002 mit einem Plus beim Umsatz von 2,5 Prozent auf knapp 68 Mill. Euro zu rechnen. Die Zahl der verkauften Menüs wird nach Einschätzung Urbanskis von 7,5 auf 7 Mill. zurückgehen, die Zahl der Gäste in den Airest-Restaurants und Lounges von 3,8 auf 4 Mill. steigen.

Über eine mögliche Änderung der Eigentümerstruktur - derzeit halten AUA und Lufthansa je 35 Prozent, 30 Prozent die Swiss Gate - wollte sich Urbanski nicht äußern. Dies sei Sache der Eigentümer. Der neue AUA-Chef Vagn Sörensen hatte zuletzt in einem Interview gesagt, die Beteiligung werde "analysiert". (APA)

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