Portugals Sozialdemokraten sprechen mit Volkspartei über Allianz

19. März 2002, 15:40
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CDS/PP will Ministeramt für ihren Parteichef Paulo Portas

Lissabon - Nach ihrem Sieg bei den Parlamentswahlen in Portugal haben die konservativ-liberalen Sozialdemokraten (PSD) erste Kontakte zur rechtskonservativen Volkspartei (CDS/PP) aufgenommen. Vertreter beider Seiten kamen nach Rundfunkberichten vom Dienstag zusammen, um die Möglichkeit einer Mitte-Rechts-Allianz zu sondieren. Die CDS/PP strebt eine Koalitionsregierung mit einem Ministeramt für ihren Parteichef Paulo Portas an. In den Reihen der Sozialdemokraten stößt dies allerdings auf Ablehnung, weil der 39-Jährige für das Scheitern eines Bündnisses im Jahre 1999 verantwortlich gemacht wird.

Auftrag zur Regierungsbildung vermutlich noch diese Woche

Es wird damit gerechnet, dass PSD-Chef Jose Manuel Durao Barroso (45) noch in dieser Woche von Präsident Jorge Sampaio mit der Bildung einer Regierung beauftragt wird. Durao Barroso hatte in der Wahlnacht auch die Möglichkeit einer Minderheitsregierung nicht ausgeschlossen. Diese Option sei angesichts der Forderungen nach einer stabilen Mehrheit aber praktisch vom Tisch, heißt es in der Presse.

Die Sozialdemokratische Partei erzielte bei der vorgezogenen Parlamentswahl 102 der insgesamt 230 Sitze. Sie ist damit auf die Unterstützung der CDS/PP angewiesen, die auf 14 Mandate kam. Mit dem Sieg der Mitte-Rechts-Parteien ist in Portugal die mehr als sechsjährige Ära sozialistischer Regierung zu Ende gegangen.(APA/dpa)

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