Kampf dominierte in Graz

30. Juni 2000, 15:51

Sturm setzte sich gegen Rapid nach ambitionierter Leistung verdient mit 1:0 durch. Lagonikakis sah Rot.

Graz - Die Sportpolitik drängte am Mittwoch sogar den großen Schlager zwischen Meister Sturm und Vizemeister Rapid in den Hintergrund. Stundenlang verhandelte Sturm-Präsident Hannes Kartnig mit der Bundesliga wegen der umstrittenen 2,6 Mio. Schilling für den Reinmayr-Transfer und der TV-Liveübertragung aus dem Schwarzenegger-Stadion. Erst eine halbe Stunde vor Spielbeginn fanden die beiden Seiten einen Kompromiss, und so waren die ORF-Zuseher doch live dabei, als Prilasnig (76.) Sturm zu einen 1:0-Sieg schoss.

Nach Rücksprache Kartnigs mit seinen Anwälten und dem Angebot der Bundesliga, die umstrittene Summe nicht vom Sturm-Konto abzuziehen, sondern auf ein Treuhandkonto zu legen, und die Situation doch noch einmal vom Schiedsgericht prüfen zu lassen, siegte doch die Vernunft. "Gratulation an Herrn Kartnig, dass er diese Entscheidung getroffen hat. Das war sicher auch in seinem Sinne. Ich habe den Vorschlag, die Situation durch noch ein Schiedsgericht prüfen zu lassen, schon länger gemacht. Es war eine Entscheidung im Sinne des Fußballs", meinte Bundesliga-Vorstand Reinhard Nachbagauer.

Starkers Debut von Szabics

Der spannenden Entscheidung um die Liverübertragung folgte zunächst aber kein Krimi auf dem Rasen. Sturm, mit dem starken Szabics neben Vastic im Angriff, war initiativer, optisch überlegen, spielte sich aber vor der Pause nur eine große Chance heraus. Nach Reinmayr-Flanke legte Szabics per Kopf wieder für Reinmayr auf, doch Maier warf sich gerade noch in dessen Schuss (38.).

Gegen Szabics (51.) bewahrte Maier Rapid neuerlich vor einem Verlusttreffer, ehe in der flotten zweiten Hälfte auch die Wiener gefährlich wurden. Wetl (55.) und vor allem Schießwald (56.), der aus zwei Metern den Ball nicht im Tor unterbrachte, vergaben aber. Damit hatte Rapid sein kreatives Potenzial ausgeschöpft, Sturm war wieder am Drücker. Eine Kombination der eingewechselten Martens und Prilasnig brachte auch den Lohn dafür: Eine weite Martens-Flanke übernahm Prilasnig direkt und ließ Maier damit keine Chance.

Rapid blieb ohne Savicevic die Antwort schuldig, und liegt damit weiter sechs Punkte hinter Tabellenführer Tirol und punktegleich mit der Austria nur mehr zwei vor dem Titelverteidiger. Lagonikakis sah sogar noch die Rote Karte (84./Tätlichkeit). Kartnig konnte dagegen den Tag zufrieden abschließen: Drei Punkte und vorerst eine Streitbeilegung.

Meinungen

Ivica Osim (Sturm-Trainer): "Der Sieg geht in Ordnung, obwohl man gesehen hat, dass wir immer noch etwas verunsichert sind. Ich bin zufrieden, dass jetzt zehn Tage Pause sind, wo wir mehr zusammen arbeiten können."

Heribert Weber (noch Rapid-Trainer): "Sturm war um die Nuance des Heimvorteils besser. Die Spielerdecke wird nach dem Lagonikakis-Ausschluss immer dünner, aber ich blicke nach vorne."


SK Sturm Graz - SK Rapid Wien 1:0 (0:0). Schwarzenegger-Stadion, 8.000, Plautz.

Tor: 1:0 (76.) Prilasnig

Sturm: Schicklgruber - Foda - Milanic (46. Prilasnig), Neukirchner - Schopp, Mählich, Schupp, Reinmayr (68. Martens), Minavand (78. Feldhofer) - Vastic, Szabics

Rapid: Maier - Schießwald - Schöttel, Lagonikakis - Wimmer, Zingler, Freund, Dowe, Wetl - Penksa (80. Pichlmann), R. Wagner (62. Schwarz)

Rote Karten: Lagonikakis (84./Tätlichkeit)

Gelbe Karten: Minavand, Schopp bzw. Wimmer, Dowe, Schöttel, Penksa. (APA)

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