Alt, Single und hoffentlich reich

16. März 2002, 10:15
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So soll der zukünftige Europäer aussehen - Bericht "Die soziale Lage in der Europäischen Union 2002" in Barcelona vorgelegt

Barcelona - Der zukünftige Europäer sieht nach der jüngsten Auswertung der Sozialkennzahlen so aus: Alt, in einem Einzelhaushalt lebend und, wenn das Einkommen stimmt, auch gesund. Der Bericht "Die soziale Lage in der Europäischen Union 2002" wurde auf dem EU-Gipfel in Barcelona von der Kommission vorgelegt. Der Bericht wurde auf der Basis von Daten vorwiegend aus den Jahren 1998 bis 2000 erstellt.

Die Grundaussagen über die wichtigsten sozialen Entwicklungen sind im ersten Kapitel zu finden. Die Lebenserwartung in Europa steigt allgemein. Gleichzeitig bleiben die Geburtenziffern niedrig, die EU-Bevölkerung überaltert zusehends. Damit ist das Ende des europäischen Bevölkerungswachstums in Sicht. Die internationale Migration gewinnt als Faktor für das Bevölkerungswachstum an Bedeutung.

Zahl der alleinlebenden Menschen nimmt zu

Die Zahl der alleinlebenden Menschen nimmt zu, die Haushalte werden kleiner, bei den Familienmustern wird ein Wandel festgestellt. Die Gesundheit der Europäer wird allgemein besser, es bestehen aber große soziale Unterschiede abhängig von Alter, Geschlecht und Einkommen. Auch der Zugang zur Bildung wird besser und die Zahl der Abschlüsse steigt, aber wiederum nicht für alle: Noch immer sind 20 Prozent der bis 24-jährigen europaweit ohne höheren Bildungsabschluss. Bei der Einkommensverteilung bleibt die Situation von Haushalten mit niedrigen Einkommen unverändert

Kapitel 2 behandelt die Trends bei den Ausgaben für Sozialschutz und Wohlfahrt. Dabei wird festgestellt, dass zwischen 1994 und 1998 ein Rückgang der Sozialausgaben im Vergleich zum BIP stattgefunden hat. Bei den Bruttoausgaben für den Sozialschutz fiel der größte Ausgabenzuwachs auf "Wohngeld", Zuwächse gab es auch bei den Ausgaben für Invalidenrenten, Altersrenten und Gesundheitsversorgung.

Mobilität und Zuwanderung

Im dritten Kapitel wird auf die Mobilität der EU-Bürger und die Zuwanderung aus Drittstaaten eingegangen. 1998 waren 3,5 Prozent der EU-Bevölkerung Bürger eines Drittlandes. Der Anteil war in einigen Mitgliedstaaten deutlich höher, so auch in Österreich mit 9,3 Prozent.

Im Anhang des Berichtes sind die statistischen Daten zusammengefasst. Für Österreich ergibt sich dabei folgendes Bild: Gut schneidet Österreich bei der Arbeitslosenquote, insbesondere bei der Jugend- und der Langzeit-Arbeitslosigkeit ab. Diese Kennziffern liegen im Beobachtungszeitraum jeweils deutlich unter dem EU-Schnitt. "Klassenbeste" sind bei der Arbeitslosigkeit Luxemburg und die Niederlande, besonders schlecht schneiden Spanien und Griechenland sowie Italien ab.

Auch bei der Zahl der Schulabbrecher kann Österreich mit im Europavergleich niedrigen Zahlen aufwarten. Hier wird Österreich nur von Schweden und Finnland unterboten. Besonders schlecht schneidet Portugal ab. Schwachpunkte ergeben sich für Österreich in erster Linie bei der Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer - hier ist Österreich nur im hinteren Mittelfeld zu finden, ebenso wie beim geschlechtsspezifischen Lohngefälle und bei den tödlichen Arbeitsunfällen.(APA)

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