"Zu rasch zufrieden"

17. März 2002, 21:32
1 Posting

Werbeexport Kassaei über Wiener Eitelkeit

Samstagabend verlieh der Creativ Club Austria CCA) wieder seine Venusstatuetten für die beste Werbung. Freitag unter den Juroren: Amir Kassaei, ehemals bei Bárci & Partner in Wien, heute bei Springer & Jacoby in Hamburg Kreativchef für Mercedes und Smart, einer der meistprämierten deutschen Agenturen. DER STANDARD sprach mit dem Österreicher über ...

... Werbung in Deutschland: "Sie ist Österreich zehn Jahre voraus. Deutschland spielt da in der Champions League, Österreich versucht gerade, in die zweite Liga aufzusteigen." . . . den Österreicher: "Er hat eine Kultur des ,Es ist ja ewig schad um mi'. Bevor man sich extra anstrengt, sagt man: ,Eh wurscht, wird schon. Wird's net, hamma halt Pech g'habt.' Man gibt sich zu rasch zufrieden."

Wege auf internationales Niveau: "Generationswechsel hilft. Junge haben anderen Anspruch. Sie wissen, Österreich ist Teil Europas, das erfordert andere Standards. Das Potenzial ist ja da."

... seinen Abschied aus Wien: "Die Deutschen kennen auch Neid, sind aber wettbewerbsfähiger und können auch verlieren. Wir Österreicher können nicht verlieren."

... Werber und Werbung: "Reden österreichische Werber über Werbung, reden sie nicht über eine Kampagne, sondern davon, dass sie diese Kampagne gemacht haben. Sie nehmen sich wichtiger als das Produkt. Das ist verheerend."

... gute Werbung: "Ist einfach, exakt und einfallsreich. Um das zu erreichen, muss man eben auch noch den fünften oder sechsten Anlauf machen." (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 16./17. März 2002)

Share if you care.