W3 Landstraße: Kinogigant zieht aus Wien ab

15. März 2002, 19:41
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Die Lage am Kinomarkt wird immer dramatischer

Wien - Zunehmend dramatischer wird die Lage am Wiener Kinomarkt: Einer der weltweit größten Kinogiganten, die Village Roadshow, zieht sich mit Ende dieses Jahres aus Österreich zurück. Das gab John Ross Kirby, Präsident des Unternehmens in Australien, mit eindeutigen Worten bekannt: "Wir wollen aus unrentablen Märkten heraus. Unsere Kinos in Österreich stehen zum Verkauf." Village beendet in etlichen europäischen Ländern das Engagement, darunter in Ungarn und in Deutschland. Dort hat bereits das Unternehmen Kieft und Kieft, Betreiber eines Wiener Kinos, das Management einiger Village-Kinos übernommen.

Die australische Village Roadshow ist einer der großen Mitspieler am Unterhaltungsmarkt. Sie ist für Filmproduktionen wie Oceans Eleven oder The Matrix mit Keanu Reeves verantwortlich und spielt ihre Filme auf mehr als 1600 Leinwänden in aller Welt. In Wien betreibt sie im W3-Center in Wien-Mitte ein Großkino, dazu jenes in Wiener Neustadt. Was mit diesen Standorten geschehen wird, ist noch unklar. Von den Betreibern des W3-Kinocenters, der Raiffeisen Leasing und der UBM Realitätenverwaltung, war bis dato keine Stellungnahme zum Marktrücktritt zu erhalten. Es ist völlig offen, ob die beiden Kinocenter unter neuen Betreibern weitergeführt werden oder ob sie endgültig geschlossen werden.

Seitens des größten österreichischen Kinokonzerns, der Constantin Holding, will man von den Marktproblemen der Village-Gruppe "noch nichts gehört" haben. Marketingleiter Harald Grabner dementiert ein Interesse der Constantin an den beiden Standorten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17. März 2002)

Von Andrea Waldbrunner
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