Paprika-Untersuchung in Kärnten: Mit 43 Giften gefüllte Paprika

14. März 2002, 06:28
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Keine einzige Probe pestizidfrei - Auch deutsche Lebensmittellabors beanstanden spanisches Gemüse

Wien/Klagenfurt/ Stuttgart - Kärntens Gesundheitsreferent und stellvertretender Landeshauptmann Peter Ambrozy schlug Mittwoch nach Laboruntersuchungen von spanischem Paprika Giftalarm: "Keine einzige Probe war pestizidfrei. Rund 20 Pestizide fanden sich in den 22 Paprika. Es kam zu teils dramatischen Überschreitungen der geltenden Grenzwerte, sodass in diesen Fällen eine Gefahr für die Gesundheit nicht mehr ausgeschlossen werden kann."

Einige Ergebnisse der Lebensmitteluntersuchungsanstalt Kärnten im Detail: Fünf von insgesamt 22 spanischen Paprikaproben überschritten die zulässigen Pestizid-Höchstwerte sogar um das Fünffache, in einem Paprika allein wurden gleich zehn verschiedene Gifte gefunden. Das Gemüse wurde aus dem Verkehr gezogen, Importeure verwarnt.

Diskussion um Gift in Gemüse

Die Diskussion um Gift in ausländischem Gemüse, das in Österreich angeboten wird, hat nun auch im benachbarten Deutschland zu entsprechenden Analysen geführt. Mit vernichtenden Ergebnissen.

Dabei hatte die spanische Botschaft in Wien erst am Dienstag die Vorwürfe, der Konsum spanischer Paprika würde dem Verzehr von "Pestizidcocktails" gleichkommen, vehement zurückgewiesen - schließlich waren Montag in Wien analysierte Paprika nicht beanstandet worden.

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln

Nun haben aber auch baden-württembergische Labors "in erheblichem Umfang Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bei ausländischem Paprika, der zurzeit hauptsächlich aus Spanien stammt, festgestellt", warnte Mittwoch das Ernährungsministerium in Stuttgart.

21 von 27 Paprikaproben aus Groß- und Einzelhandel wurden wegen "Überschreitung von Höchstmengen" beanstandet. Insgesamt wurden in dem Gemüse 43 verschiedene Gifte festgestellt, sogar verbotene Mittel wurden in einem Drittel der beanstandeten Vitaminbomben entdeckt.

"Das weitere Inverkehrbringen" von Paprika sei "angesichts der hohen Zahl beanstandeter Proben aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes ohne besondere Maßnahmen der Wirtschaft nicht mehr möglich", teilte das Ministerium mit. (fei, DER STANDARD Print-Ausgabe 14.März 2002)

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