Mit freiem Auge sichtbar: "Ikeya-Zhang"

18. März 2002, 12:04
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Überraschend aufgetauchter Komet hält AstronomInnen in Atem

Wien - Ein überraschend am Himmel erschienener Komet hält derzeit die Astronomen in Atem. Jüngste Berechnungen deuten darauf hin, dass es sich bei "Ikeya-Zhang" um einen Schweifstern handelt, der bereits 1661 beschrieben wurde. Damals erhielt er den Namen "Hevelius" und hatte etwa die Helligkeit von Jupiter, dem größten Planeten in unserem Sonnesystem. "Ikeya-Zhang" ist ab Mitte März, rund eineinviertel Stunden nach Sonnenuntergang, mit freiem Auge zu sehen.

"Er steht als kleines Wölkchen im Sternbild der Fische, nahe Westen und 17 Grad hoch", erklärte dazu der Kometenforscher und Leiter des Astronomischen Büros Hermann Mucke. Derzeit ist der Himmelskörper etwa eine Astronomische Einheit (AE) von der Erde entfernt, wobei dies der mittleren Entfernung zwischen Erde und Sonne entspricht. Bis Ende März wird er sich der Schweifstern bis auf 0,404 AE an die Erde annähern.

Beste Sichtbarkeit am 18. März

"Ikeya-Zhang" wurde am 1. Februar entdeckt. Anfangs war nur klar, dass er für einen Umlauf um die Sonne einige hundert Jahre braucht. Seine Bahn ist eine sehr lang gestreckte und 28 Grad zur Erdbahn geneigte Ellipse. Die größte Sonnenannäherung auf etwa eine halbe AE errechneten die Astronomen für den 18. März. Um diese Zeit erwartet Mucke auch die beste Sichtbarkeit. Das Besondere an "Ikeya-Zhang" ist, dass sein Schweif - er ist am nächtlichen Himmel etwa vier Vollmonddurchmesser lang - auf Grund der Raumbahn des Kometen voll von der Seite und somit unverkürzt zu sehen ist. (APA)

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