"War nie Elvis Presleys Geliebte!"

12. März 2002, 12:31
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Frühere Miss Austria prozessiert und brachte Klage wegen erlittener Kränkung ein - "Wir waren gut befreundet"

Es war im Jahre 1957, als Johanna P. - eine frühere Miss Austria - für eine Revue nach Las Vegas engagiert wurde. Dort widerfuhr ihr das, wovon tausende Frauen träumten: Sie lernte Elvis Presley näher kennen. Das Weihnachtsfest durfte sie bei ihm in Graceland verbringen. Heute sagt die mittlerweile 64-jährige Wienerin dazu: "Wir waren gut befreundet." Die Behauptung, bei ihr handle es sich um die Ex-Geliebte des "King of Rock'n'Roll", will das ehemalige Nummern-Girl jedoch nicht ungestraft im Raum stehen lassen - sie hat deshalb im Wiener Landesgericht ein Verfahren wegen der angeblich erlittenen Kränkung in Gang gesetzt.

"Er war ein Verzauberer"

Es war im Jänner 2000, als man im Wiener Musiktheater "Metropol" anlässlich des 65. Geburtstags von Elvis Presley ein Erinnerungskonzert gab. Zugegen war auch Johanna P., die eine Mappe mit Fotos dabei hatte, die sie an der Seite des "King" zeigten. Bereitwillig gab die ehemalige Miss dem ORF ein TV-Interview. "Er war ein Verzauberer", schwärmte sie. Die "vielen sehr schönen Erinnerungen" würden sie "ewig" begleiten, verriet sie. Auf die Frage, wie sich die Beziehung ergeben habe, entgegnete Johanna P. dann ausweichend: "Das würde viel zu lange dauern."

"Mit 64 hat man andere Probleme"

Als das Interview gesendet wurde, fiel die 64-Jährige angeblich aus allen Wolken, da sie im Bildtext die Bezeichnung "Ex-Geliebte" lesen konnte. "Sie hat deshalb eine Nervenkrise. Mit 64 hat man damit Probleme", meinte dazu heute, Dienstag, ihre Anwältin Renate Weinberger. "64 ist doch kein Alter", wandte Richter Frederick Lendl ein. "Sie möchte nie mehr in ihrem Leben einen Ton von sich geben", berichtete die Anwältin weiter.

Johanna P. fühlt sich vom ORF in ihrem höchst persönlichen Lebensbereich verletzt und möchte dafür entschädigt werden. Der Sender argumentiert, das kurzzeitige Naheverhältnis zwischen der Wienerin und Elvis Presley werde "sogar von Kultur-Redaktionen und Elvis-Epigonen verbreitet", wie der ORF-Rechtsvertreter darlegte, offeriert der Klägerin aber einen außergerichtlichen Vergleich: Man könnte ein weiteres Interview machen und Johanna P. damit Gelegenheit bieten, ihre Sicht der Dinge klarzustellen. "Irgendein Elvis-Geburtstag oder Namenstag würde sich dafür schon finden", schien der Richter diesen Vorschlag zu goutieren.

Die Ex-Miss wird in den kommenden Tagen über dieses Offert nachdenken. Sollte kein Vergleich zu Stande kommen, wird das Verfahren Anfang April mit der Einvernahme der Klägerin fortgesetzt, die sich heute wegen "Unpässlichkeit" entschuldigen ließ. (APA)

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