O Schmach: Sir Francis Drake ruht in "katholischen Gewässern"

11. März 2002, 13:17
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Britische Initiative will nun den Sarg ihres Helden wiederzufinden, heben und nach England bringen

London - Sir Francis Drake (um 1540-1596), englischer Freibeuter in Diensten von Königin Elizabeth I., soll über 400 Jahre nach seinem Tod aus "katholischen Gewässern" geborgen werden. Der Seeheld war 1596 vor der Küste Panamas an Bord seines Schiffes an der Ruhr gestorben und hatte eine Seebestattung in einem Bleisarg bekommen. Bewunderer des Weltumseglers haben nun die "Sir Francis Drake Exploration Society" gegründet, um den Sarg wiederzufinden, zu heben und nach England zu bringen. Dort soll Drake ein protestantisches Begräbnis in heimatlicher Erde bekommen, so wie er es in seinem Testament festgelegt hatte.

Auf dem Grunde des Meeres vor einer früheren Kolonie des katholischen Erzfeindes Spanien zu liegen, sei nun so gar nicht das, was Drake sich vorgestellt habe, sagte der Gründer der Gesellschaft, Michael Turner, im "Daily Express" (Montagausgabe). Leider seien die für das Projekt erforderlichen 500.000 Pfund (800.000 Euro) noch nicht beisammen. "Seit den Anschlägen vom 11. September ist es schwieriger, eine solche Expedition zu finanzieren", sagte der Schirmherr der Gesellschaft, Sir David Nicholas.

Bedenken, wonach man die Ruhe des alten Haudegens besser nicht stören solle, wies Turner zurück: "Ich glaube, als ziemlich Publicity-geiler und großspuriger Mann hätte ihm das alles recht gut gefallen." Wie viel von dem Sarg und Drakes Prunkrüstung nach über 400 Jahren noch übrig ist - darüber streiten allerdings die Gelehrten. (APA/dpa)

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