Lafarge Perlmooser stellt sich auf mageres Jahr ein

7. März 2002, 16:03
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Markt dürfte um drei Prozent schrumpfen - Kritik am Generalverkehrsplan

Wien - Noch kein Licht am Ende des Tunnels, in dem sich die heimische Bauwirtschaft befindet, sieht der Marktleader im österreichischen Zementgeschäft, Lafarge Perlmooser. Nach stagnierenden Geschäften 2001 geht Lafarge Perlmooser von einem deutlichen Rückgang des Zementgeschäfts im heurigen Jahr aus. Die Bauproduktion werde heuer um zwei Prozent, der Markt für Zement gar um drei Prozent zurück gehen, prognostizierte der neue Generaldirektor Peter Orisich am Donnerstag vor Journalisten. Heftige Kritik übte Orisich an dem noch von der früheren Verkehrsministerin Monika Forstinger (F) vorgelegten Generalverkehrsplan.

"Wunschzettel statt Konzept"

Es handle sich dabei um einen "Wunschzettel statt ein Konzept", sagte der Baustoff-Manager, der im Februar die Leitung des Unternehmens von Martin Kriegner übernommen hat. "Und als gelernter Österreicher weiß man, was das angekündigte Nachjustieren bedeutet - eine weitere Verzögerung und das ist nicht akzeptabel." Ein großer Teil der angekündigten Investitionen des GVP sei darüber hinaus "finanztechnisch nicht abgesichert". Wenig Freude hat man auch mit den hohen Netzgebühren und den diversen Zuschlägen, die die Strom-Verbraucher seit der Stromliberalisierung im Oktober vergangenen Jahres berappen müssen. Die Stromkosten hätten sich für sein Unternehmen dadurch um 15 bis 20 Prozent verteuert, die per Dekret verfügte Senkung der Netzgebühren in der Steiermark habe für das Lafarge-Werk in Retznei (Untersteiermark) nichts gebracht. In den beiden Jahren davor habe die Liberalisierung allerdings Energiekostenersparnisse um die 40 Prozent erbracht, räumte Orisich ein.

Konstanter Umsatz

2001 erzielte das Unternehmen, das 1993 von der Bank Austria an den französischen Baustoffriesen Lafarge verkauft worden war, mit 315 Mitarbeitern einen Umsatz von 95 Mill. Euro, was in etwa den Erlösen im Jahr davor entspricht. Während die Zementkapazität bei 1,5 Mill. Tonnen unverändert blieb, erhöhte sich die Beton-Kapazität durch eine Akquisition um etwa 10 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte 2001 hatte Lafarge Perlmooser das Transportbetonwerk Leitner in Melk (Niederösterreich) übernommen. In Slowenien will man in den nächsten Monaten die Zementfabrik Trbovlje, an der man bereits einen Minderheitsanteil besitzt, zur Gänze übernehmen.

Markenprodukte

Der Grund dafür, dass man im vergangenen Jahr trotz rückläufiger Bauproduktion einen konstanten Umsatz erzielen konnte, seien die um 15 Prozent rückläufigen Importe aus Osteuropa gewesen, sagte Orisich. Dort habe die gute Baukonjunktur den "Exportdruck" verringert. Um sich auf dem heuer schrumpfenden Zementmarkt behaupten zu können, macht das Unternehmen aus seinen Zementen nun regelrechte Markenprodukte. In Zukunft werden die Hauptprodukte mit einer farblich gekennzeichneten eigenen Markenidentität auf den Markt kommen. (APA)

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