Deutsche Väter nehmen fast nie Erziehungsurlaub

12. März 2002, 20:13
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Ministerium erkennt dennoch positive Bilanz der Kampagne "Mehr Spielraum für Väter"

Berlin - Nur wenige deutsche Väter nehmen Erziehungsurlaub. Trotz dieser Erkenntnis zog Familienministerin Christine Bergmann am Dienstag in Berlin eine positive Bilanz der Kampagne "Mehr Spielraum für Väter". Die wenigen jungen Väter, die bisher in Erziehungsurlaub gingen, berichteten "durchweg positiv über ihre Erfahrungen", sagte Bergmann. Auch die statistische Tendenz weise nach oben.

Ansatz in Arbeitswelt

Bergmann betonte, dass man nur in Abstimmung mit den Unternehmen Beruf und Familie vereinbaren könne. "Wer mehr Väter zur aktiven Vaterrolle ermutigen will, der muss in der Arbeitswelt ansetzen." VertreterInnen der Commerzbank, der Deutschen Telekom und der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte sagten vor JournalistInnen übereinstimmend, dass sehr wenige Männer in Teilzeit arbeiteten.

Angst vor Karriere-Einbruch

Auch Angebote für flexible Arbeitszeiten und Wiedereintrittsseminare nach dem Babyjahr würden vor allem von Frauen genutzt, sagte Telekom-Vorstandsmitglied Heinz Klinkhammer. "Es sind über Jahrhunderte aufgebaute Vorurteile und die Angst vor einem Karriere-Einbruch, die Männer bisher weitgehend von der Nutzung der angebotenen Möglichkeiten abgehalten hat", bedauerte er.

Die Kampagne "Mehr Spielraum für Väter" soll nach Angaben des Ministeriums von einem dreijährigen Projekt abgelöst werden, das Betriebe bei einer familienfreundlicheren Personalpolitik hilft. (APA/AP)

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