Erdbeben in Afghanistan: Opferzahl auf mindestens 210 korrigiert

4. März 2002, 18:31
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Aufgestauter Fluß bedroht Hunderte von Häusern

Islamabad/Kabul - Bei dem schweren Erdbeben in Afghanistan sind am Sonntag mindestens 210 Menschen ums Leben gekommen. Allein in der nördlichen Provinz Samangan seien 150 Menschen getötet worden, berichteten afghanische Medien am Montag. Zunächst war von insgesamt rund 60 Toten und rund 100 Vermissten die Rede gewesen. Hunderte Häuser wurden zerstört, teilte ein Sprecher des Welternährungsprogramms WFP in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad mit. Die österreichischen und deutschen Soldaten in Kabul kamen nicht zu Schaden.

Das Erdbeben hatte nach Angaben des US-Informationszentrums in Denver eine Stärke von 7,2 auf der Richterskala. Sein Epizentrum lag im Nordosten Afghanistans 195 Kilometer unter der Erdoberfläche. Da es so tief lag, hatte es nicht so schwere Folgen wie die beiden Erdbeben, bei denen 1998 in derselben Region bis zu 10.000 Menschen getötet worden waren.

Hilfsgüter

Hilfsorganisationen brachten am Montag 22 Tonnen Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete im Norden Afghanistans. In Pakistan zeigten nach dem Erdbeben viele Häuser Risse. Außerdem wurden in der Region Chitral Straßen durch Erdrutsche blockiert. Auch in Indien war das Beben zu spüren.

Nach UN-Angaben überschwemmte ein durch Schutt gestauter Fluss nahe der Provinzhauptstadt Aibak 400 Häuser. Allein in Aibak seien ein Hotel und rund 500 Häuser eingestürzt oder beschädigt worden. Der über die Ufer getretene Fluss habe die Dorfbewohner in den kleinen Gemeinden entlang des Flusstals eingeschlossen, teilte die UNO in Genf mit. Ein Vertreter der Stadtverwaltung von Aibak warnte vor einer "humanitären Katastrophe". Sollte die Stauung nicht beseitigt werden, könnten bis zu 700 Wohnhäuser überschwemmt werden, sagte ein WFP-Sprecher in Islamabad.

Besonders betroffen sind nach WFP-Angaben zudem zwei Dörfer in der Region Tachdi Rustum im Norden Afghanistans. Bislang gebe es aber keine Bestätigung von unabhängiger Seite. Mindestens 100 Menschen werden demnach noch vermisst. (APA/dpa/AFP)

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