Verschwörung gegen Morpheus?

3. März 2002, 18:17
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Hersteller StreamCast sieht gezielten Angriff - Registry-Einträge der UserInnen sollen verändert worden sein - Denial of Service-Attacke

Mit schweren Geschützen fährt Streamcast, Hersteller des beliebten Morpheus-Clients, gegen die Konkurrenz von kaZaA und Grokster auf, die - wie auch bis vor kurzem Morpheus - auf das Fasttrack-Netzwerk zum Datentausch aufsetzen. So sei es im Laufe der Aussperrung des eigenen File-Sharing-Clients zu einem konzertierten Angriff auf die Infrastruktur des Unternehmens gekommen.

Gezielte Angriffe

Es habe sowohl eine Denial-of-Service-Attacke auf die MusicCity.com-Server gegeben, als auch einen Angriff auf die Werbe-Server, und die Verschickung von nicht näher spezifizierten "verschlüsselten Paketen" über das Fasttrack-Netzwerk, die Änderungen in der Registry der UserInnen vornahmen und die Aussperrung von Morpheus zur Folge hatten. Die Darstellung von kaZaA und Grokster, dass Morpheus einfach nicht auf die neue Version 1.5 der Tauschsoftware umgestellt habe sei schlicht falsch, man habe den neuen Kern nie erhalten. Wegen den Angriffen werden derzeit rechtliche Schritte geprüft.

Fakten

Penibel werden in einschlägigen Diskussionforen Fakten zu dem Fall zusammen getragen: So mutet es doch seltsam an, dass der neue kaZaA-Client bereits zwei Wochen vor der Aussperrung von Morpheus erhältlich war, es aber zunächst zu keinerlei Problemen kam, dafür dann aber am 25. Februar alles sehr schnell ging. Zwei Hilfsupgrades von Grokster bestätigen diese Theorie: Sie dienen einerseits dazu die Morpheus-Einträge in der Registry zu entfernen, andererseits, die alten Supernode-Einträge durch neue zu ersetzen.

Spekulationen

Viele vermuten, dass diese Vorgänge etwas mit der Neuübernahme von kaZaA durch eine - nicht einmal im Handelsregister eingetragene - australische Firma zu tun hat. Fest steht, dass für viel UserInnen, die Glaubwürdigkeit des Fasttrack- Netzwerkes erschüttert wurde, so sehr, dass manche sogar vermuten, dass das File-Sharing-Netz in Zukunft zum Daten sammeln für die Plattenindustrievertretung RIAA genutzt werden wird. (apo)

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