IBM erwartet ab 2009 85 Prozent aller Geschäftsaktionen via Internet

1. März 2002, 17:09
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WKÖ sieht Österreich als Vorreiter - Skeptischer: Telekom Austria und ARGE Informationsgesellschaft

Zumindest nach Ansicht der Computerindustrie steckt in der elektronischen Abwicklung von Geschäften noch ein großes Potenzial. Ernst Nonhoff, Generaldirektor von IBM Österreich, erwartet, dass "bis 2009 etwa 85 Prozent aller Geschäftsaktionen online abgewickelt werden". Abgewickelt würden diese Prozesse über wenige große elektronische Marktplätze.

Von 5.000 werden nur 1.100 überleben

Von den derzeit etwa 5.000 E-Marktplätzen wird es in Zukunft voraussichtlich nur mehr 200 große und 900 kleinere branchenspezifische elektronische Marktplätze weltweit geben", prognostizierte Nonhoff am Freitag beim E-Day der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Skepsis bei Telekomindustrie

Etwas skeptischer zeigt sich die Telekomindustrie. Rudolf Fischer, Technikchef der Telekom Austria, meinte am Freitag: "Man darf erst erwarten, dass sich die elektronische Lösung durchsetzt, wenn technische Möglichkeiten und tatsächliches Angebot Hand in Hand gehen". Derzeit fehle aber "noch da und dort der Mut", so Fischer.

Österreich als Vorreiter

WKÖ-Generalsekretär Christian Domany hingegen sieht Österreich aber in einer führenden Position in der elektronischen Entwicklung. Mit 3,550.000 Internetusern und 6 Millionen Handy-Besitzern sei Österreich nach den skandinavischen Länder "eines der führenden Länder in Europa". Leuchtendes Beispiel für den Unternehmer der Zukunft ist für den Generalsekretär ein junger Tischler aus dem Burgenland, der mit einem Laptop und einer mobilen Werkstatt, die er in einem Lkw eingebaut hat, "überall dort sein kann, wo er von den Kunden angefordert wird".

Urheberrecht muss angepasst werden

Nachholbedarf sieht hingegen Friedrich Bock, Vorsitzender der ARGE Informationsgesellschaft. Wolle Österreich als interessanter Standort in einer digital vernetzten Welt eine entscheidende Rolle spielen, seien noch einige Dinge zu verändern: "Die Umsetzung der EU-Richtlinie muss zum Anlass genommen werden, etwa das antiquierte Urheberrecht an die Bedingungen der Informationsgesellschaft anzupassen. Auch die Rahmenbedingungen für die Telekominfrastruktur sowie jene für die Verwertung der Informationen des Öffentlichen Sektors müssen sicherlich überarbeitet werden", meint Bock.(APA)

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