Maresa Hörbiger bei Kurt Weill Fest

1. März 2002, 11:19
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Dessau - In Dessau (Sachsen-Anhalt) wird das zehnte Kurt Weill Fest eröffnet. Es dauert bis zum 10. März. Unter anderem wirken die Neue Oper Wien und Burg-Schauspielerin Maresa Hörbiger mit. Eröffnet wird das dem deutschen Komponisten gewidmete Fest mit seiner Oper "Die Bürgschaft" im Anhaltinischen Theater. Darin zeigt Weill die persönliche Integrität des Einzelnen in Zeiten wechselnder Machtverhältnisse. Mit einem an die griechischen Tragödien erinnernden Chor malt er apokalyptische Visionen.

Das Stück war nach seiner Uraufführung 1932 in Berlin von den Nationalsozialisten heftig attackiert worden. In Dessau gelangt es in der Regie des britischen Weill-Spezialisten Jonathan Eaton und unter der Leitung von Golo Berg zur Aufführung.

"Johnny Johnson"

Im Kulturpalast Bitterfeld wird Kurt Weills erstes amerikanisches Musical, "Johnny Johnson", gezeigt. Darin geht es um Krieg und Frieden sowie die Auseinandersetzung der Hauptfigur damit. Der Steinmetz Johnson landet mit seinem Pazifismus in der Nervenklinik, während draußen begeistert Krieg geführt wird. In einer internationalen Co-Produktion mit der Neuen Oper Wien und dem Frankfurter Kleist Forum spielt das Amadeus Ensemble-Wien unter der Leitung des aus Wien gebürtigen Walter Kobera. Die Regie hat Dieter Berner übernommen.

Am 7. März wird im Dessauer Bauhaus "Lenya" von Michael Kunze ("Tanz der Vampire", "Elisabeth", "Mozart") uraufgeführt. Das Solo-Stück für eine Schauspielerin ist eine Hommage an Weills Ehefrau Lotte Lenya. Sie wird in der Aufführung von Maresa Hörbiger verkörpert. Lenya lässt in dem Schauspiel Mitte der 60er Jahre in den USA ihr Leben Revue passieren und hinterfragt es.

Weitere Programmpunkte beim Weill-Fest in Dessau sind Auftritte von Max Raabe und dem Palastorchester und Gitte Haenning, ein Geburtstagsspektakel im Hauptbahnhof, Musikfilme, ein Erzählcafe, ein Workshop und ein Songkabarett.(APA)

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