Bundesforste haben Seen-Kauf bereits "ausfinanziert"

27. Februar 2002, 13:24
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Bisher 8.500 Hektar Grund für 69 Millionen Euro verkauft

Wien - Die Österreichische Bundesforste AG (ÖBf), hat seit 2000 rund 8.500 Hektar Grundstücksfläche verkauft, um damit den Erwerb von 11 größtenteils in Kärnten liegenden Seen zu finanzieren und hat bei diesen Transaktionen einen Erlös von 69 Mill. Euro (949 Mill. S) erzielt. Damit ist die politisch umstrittene Transaktion bereits heute "ausfinanziert". Dennoch wollen die Bundesforste bis Jahresende 2002 weitere rund 4.500 Hektar verkaufen, um sich eine "Liquiditätsreserve" zu verschaffen, sagte ÖBf-Vorstand Thomas Uher am Mittwoch vor Journalisten in Wien.

Noch vor zwei Jahren hatte der damalige ÖBf-Generaldirektor Richard Ramsauer mit notwendigen werdenden Verkäufen bis zu 50.000 Hektar gerechnet, was etwa einem Zehntel der von den Bundesforsten verwalteten Fläche entsprochen hätte. Damals wurde noch damit gerechnet, dass die Seen rund 3 Mrd. S wert sind. Der tatsächliche Verkaufspreis beläuft sich nun aber auf 58,1 Mill. Euro, etwa 800 Mill. S. Die nun angepeilte Verkaufsfläche von 13.000 Hektar entspricht etwa 2,5 Prozent der von den ÖBf verwalteten Waldfläche.

Großverkauf im obersteirischen Pölsental

Von den bisher verkauften 8.500 Hektar entfällt knapp die Hälfte auf einen Großverkauf im obersteirischen Pölsental. Dazu gingen 384 wesentlich kleinere Transaktionen über die Bühne. "Der Grundverkauf läuft sehr gut, die Preise und die Nachfrage sind sehr gut", sagte Uher bei einer Veranstaltung im "Club der Wirtschaftspublizisten. Wenn das die Bedingungen weiter so günstig seien, würden die Bundesforste bis Jahresende 2002 rund 13.000 Hektar - die Hälfte des "Verkaufspotenzial" auf den Markt bringen.

Dies würde freilich die für den Kauf der Seen benötigte Summe bei weitem übersteigen. Begründet wurde dieses Vorgehen von Uher mit der Absicht, sich über den Erwerb der Seen hinaus einen Finanzpolster von rund 22 Mill. Euro zu verschaffen. Dies strebe man an, um bei Bedarf Waldflächen und weitere Seegrundstücke zukaufen zu können, sagte Uher. So plane der Bund, um rund 14,5 Mill. Euro Seegrundstücke anzukaufen, die er später wahrscheinlich an die ÖBf weiterverkaufen werde.

Die Erlöse aus den Waldverkäufen flössen nicht an den Finanzminister, sondern müssen von der ÖBf für Ankäufe von Grundstücken und Seen verwendet werden, verwies der ÖBf-Manager auf Verfassungsbestimmungen des Bundesforstegesetzes. Für das Jahr 2001 werden die Bundesforste laut Uher voraussichtlich rund 13,5 Mill. Euro an das Budget zahlen - davon rund 6,2 Mill. Euro für das Fruchtgenussrecht an den Grundstücken der der Republik gehörenden Waldflächen.(APA)

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