Soforthilfe bei Schlaganfall ist lebenswichtig

27. Februar 2002, 12:41
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Bleibende Schäden können verhindert oder verringert werden

Saalfelden - Eine Chance für jene jährlich rund 20.000 Menschen, die in Österreich einen akuten Schlaganfall erleiden: Die sofortige Alarmierung des Notarztes und die binnen kürzester Zeit erfolgende Einlieferung des Betroffenen in eine Spezialabteilung kann bleibende Schäden verhindern oder verringern. Das erklärte Dienstag Abend bei der 35. Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer (24. Februar bis 1. März) der Grazer Neurologe Univ.-Prof. Dr. Franz Fazekas.

"20.000 Österreicher sind jährlich von einem Schlaganfall betroffen. Mehr als 60.000 Menschen leben mit den Folgen eines Schlaganfalls. Jeder vierte Patient ist jünger als 65 Jahre", sagte Fazekas.

Blutgerinnsel in einem Blutgefäß

80 Prozent dieser lebensgefährlichen und akuten Erkrankungen lassen sich auf das Auftreten eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß des Gehirns zurückführen, das die Blut- und somit die Sauerstoffversorgung des betroffenen Gehirnareals blockiert. Binnen kürzester Zeit sterben Nervenzellen ab. Das fixiert den Schaden.

Doch es gibt Hilfe, nur muss sie sofort kommen: Durch die Verabreichung eines Medikamentes (r-tPA) zur Auflösung des Gerinnsels (Thrombolyse, Anm.) kann die Gefäßblockade wieder beseitigt werden. Wenn eine solche Behandlung binnen zumindest drei Stunden nach dem Auftreten der Symptome erfolgt, lassen sich damit bleibende Schäden verhindern. Entscheidend aber ist die sofortige Alarmierung des Notarztwagens bei plötzlich auftretenden verdächtigen Symptomen wie Lähmungserscheinungen, Sprach- und Sehschwierigkeiten und die anschließende Einlieferung des Betroffenen in eine auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisierte Krankenhausabteilung ("Stroke Unit").

Der Grazer Spezialist: "In Österreich profitieren derzeit drei bis fünf Prozent der Schlaganfallpatienten von der Thrombolyse-Behandlung." Das bedeute aber auch, dass noch viele Betroffenen zu spät ins Krankenhaus kommen. Doch selbst wenn eine solche ursächliche Therapie nicht mehr in Frage kommt, hilft die Betreuung der Patienten in einer spezialisierten Schlaganfall-Abteilung den Betroffenen. Laut Fazekas bringt nämlich ein optimales Management auf jeden Fall entscheidende Vorteile. (APA)

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