Kontroverse in Israel über saudiarabische Friedensinitiative

27. Februar 2002, 10:09
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Sharons Sprachrohr Naveh: Rückzug auf Grenzen von 1967 nicht akzeptabel

Jerusalem - Die jüngste saudiarabische Nahost-Friedensinitiative hat innerhalb der politischen Führung Israels nach einer kurzen Überraschungsphase eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Während Staatspräsident Moshe Katzav und Außenminister Shimon Peres ebenso wie Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer den Vorstoß von Kronprinz Abdullah begrüßt haben, lehnte der Likud-Minister Danny Naveh den Plan am Mittwoch im israelischen Rundfunk unmissverständlich ab.

Israel könne die Elemente des Friedensvorschlags nicht akzeptieren, welche die Aufgabe der 1967 eroberten Gebiete bzw. den Rückzug hinter die (völkerrechtlich anerkannten) Staatsgrenzen von vor dem Sechs-Tage-Krieg vorsehen, sagte Naveh, der als Sprachrohr von Likud-Chef Ministerpräsident Ariel Sharon gilt. Dieser Vorschlag Abdullahs nähre vielmehr den Verdacht, dass es sich um einen "Trick" handle, sagte der Kabinettsminister.

Präsident Katzav hatte von einem "dramatischen und bedeutenden" Schritt gesprochen, der nicht aus Angst zurückgewiesen werden sollte, dass Saudiarabien böse Absichten hege. Die saudiarabische Sicht sei sehr positiv, weil über Frieden und Normalisierung mit der gesamten arabischen Welt gesprochen werde. Ministerpräsident Sharon hat sich öffentlich noch nicht zu dem Vorschlag Abdullahs geäußert. (APA/dpa)

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