Arbeiten im offenen Büro ist laut Studie "optimal"

24. Februar 2002, 19:00
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Einzelräume und Trennwände sollen dem Arbeitsklima abträglich sein - Umfrage: was halten Sie davon?

Itaka/New York - Eine Studie der Cornell University hat gezeigt, dass offene Büros eine für Mitarbeiter bessere Arbeitsumgebung darstellen als Einzelräume. Demzufolge seien kleine Büroflächen ohne Stellwände kommunikationsfördernd, was sich positiv auf das Zusammengehörigkeitsgefühl der Angestellten auswirke. Keine wirklich negativen Auswirkungen gibt es trotz gelegentlicher Störungen laut dem Arbeitsplatzforscher Franklin Becker auf die Konzentrationsfähigkeit. "Obwohl Einzelbüros von Mitarbeitern bevorzugt werden, hat sich gezeigt, dass massive Wände und abgegrenzte Zellen die Zusammenarbeit und das gemeinsame Lernen in Großraumbüros verhindern", so Becker, Projektleiter des "International Workplace Studies Program" an der Cornell University.

Becker und sein Kollege William Sims nahmen 229 Arbeitsplätze in acht kleinen Firmen unter die Lupe – kleine Unternehmen deshalb, da sie sich besonders flexibel und innovationsfreudig gegen die Konkurrenz behaupten müssen. Die Befragung zeigte, dass insbesonders jüngere Angestellte offene Büros schätzten. Sie gaben an, vom Wissen der Kollegen profitieren zu können. Stellwände würden die Sicht einschränken und keine hilfreichen Einblick in die Arbeitsweise der Mitarbeiter erlauben. Die Arbeit förderte die Teamorientierung und führte zu einem sensibleren Verhalten der Kollegen.

Konzentrationssache

"Minutenlange Unterbrechungen durch Kollegen können zwar auf die Nerven gehen, aber während eines Projektes tragen sie auf lange Sicht zum Erfolg bei", so Becker. Ältere Angestellte beklagten sich in offenen Büros häufig über Konzentrationsschwierigkeiten. "Vermutlich haben sie sich im Lauf der Jahre bereits an das Arbeiten im Einzelbüro gewöhnt", schätzt Becker.

Am schlechtesten schnitten laut Studie mit Trennwänden abgeteilte Bürozellen in Großraumbüros ab. So genannte Cubicles bieten trotz Sichtschutz keine akustische Abschirmung. Stellwände förderten weder die Kommunikation noch die Zusammenarbeit des Teams, so die Forscher. "Geht man davon aus, dass Manager der unteren und mittleren Führungsebene zwischen 27und 87 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Kommunikation verbringen und das meistens im direkten Gespräch face-to-face, dann machen Team-Büros sehr viel (Geschäfts)-Sinn", so Becker. (pte)

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