Sony Europe: Unterhaltungselektronik-Branche profitiert von Fußball-WM

22. Februar 2002, 15:44
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Auf Erholung vorbereitet

Berlin - Die von der weltweiten Rezession betroffene Unterhaltungselektronik-Branche wird nach Einschätzung von Sony Europe von der diesjährigen Fussball-Weltmeisterschaft profitieren. "Die Weltmeisterschaft wird für einige Dynamik sorgen", sagte der Vorstandschef von Sony Europe, Jean-Michel Perbet, der Nachrichtenagentur Reuters.

"Wir erwarten keine grundlegende Erholung am Markt, aber wir sind darauf vorbereitet", sagte der Chef des europäischen Marktführers für Unterhaltungselektronik. Sony hat in Europa einen Marktanteil von rund 20 Prozent und liegt damit weit vor dem Rivalen Philips Electronics, der auf elf bis zwölf Prozent kommt.

Verbrauchervertrauen abgefallen

Der Absatz von Unterhaltungselektronik sei wesentlich abhängig vom Verbrauchervertrauen, und dies sei bekanntlich nach den Anschlägen vom 11. September drastisch gefallen. "In den ersten zwei bis drei Tagen haben wir praktisch nichts mehr verkauft. Aber mit zunehmendem Abstand hatten die Anschläge immer weniger Auswirkungen."

Die Fussball-WM im Juni in Japan und Südkorea werde den schwachen Markt vor allem im TV-Segment beleben und dort für ein Umsatzplus von drei bis fünf Prozent sorgen, sagte Perbet. Dies habe Sony bereits 1998 bei der WM in Frankreich erlebt. Mit dem TV-Geschäft macht Sony rund 30 bis 45 Prozent seines gesamten Umsatzes von rund zehn Mrd. Euro (138 Mrd. S) in Europa. Um die Verbraucher auf die neue Welt der Großformat-Geräte einzustimmen, werde Sony Europe so viel für Werbung ausgeben wie zur Weihnachtszeit.

Die Lage auf den europäischen Absatzmärkten von Sony sei sehr unterschiedlich, fügte Perbet hinzu. In Großbritannien bestehe weiterhin ein hohes Verbrauchervertrauen, was sich bisher in zweistelligen Umsatzzuwächsen pro Quartal niedergeschlagen habe. Dies könne im ersten Quartal 2002 nahezu wiederholt werde. In Deutschland sei der Absatz indes weiter rückläufig, aber mit geringerem Tempo. In Frankreich sei angesichts der Ungewissheit durch die bevorstehenden Wahlen nicht mit einer schnellen Erholung zu rechnen. (APA/Reuters)

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