Nepal: Maoistische Rebellen töten 40 Menschen

22. Februar 2002, 14:37
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Parlament verlängerte Ausnahmezustand - Guerilleros nehmen laut Behörden Kinder als menschliche Schutzschilde

Kathmandu - In Nepal haben linke Rebellen nach offiziellen Angaben bei einer Reihe von Angriffen rund 40 Menschen getötet. Kurz zuvor hatte das Parlament den Ausnahmezustand in dem Himalaya-Staat um drei Monate verlängert. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, griffen die maoistischen Rebellen in der Nacht einen Polizeiposten im westlichen Bezirk Sallyan an. Dabei seien 34 Polizisten getötet und weitere 15 verwundet worden.

"(Die Rebellen) kamen zu Hunderten und verlangten von den Dorfbewohnern, darunter auch Frauen und Kinder, sie als menschliche Schutzschilde zu begleiten", sagte ein Bezirksvertreter.

Im südwestlich von Kathmandu gelegenen Bezirk Chitaun warfen Rebellen der Polizei zufolge Freitag Früh eine Benzinbombe auf einen Lastwagen. Dabei seien fünf Menschen getötet und vier Personen verletzt worden. In der Hauptstadt Kathmandu sei ein Mann verletzt worden, als eine in einem Wohnviertel in einem Abfalleimer deponierte Bombe explodierte.

Die Rebellen versuchten offiziellen Angaben zufolge zudem, das Hauptquartier und die Kasernen des Bezirks Sallyan anzugreifen. Sie seien von Soldaten jedoch daran gehindert worden. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte Reuters, zusätzliche Truppen würden in den Bezirk verlegt. Am Wochenende waren dort bei den bisher schwersten Rebellenangriffen 167 Menschen getötet worden.

Am Freitag sollte ein zweitägiger Generalstreik beginnen, zu dem die Rebellen aufgerufen hatten, um an den sechsten Jahrestag des Beginns ihres Aufstands zu erinnern. Die maoistischen Rebellen kämpfen für den Sturz der konstitutionellen Monarchie in Nepal und für die Gründung eines kommunistischen Staates. In dem Konflikt sind bisher mehr als 2700 Menschen getötet worden. Im Vorjahr war König Birendra von einem betrunkenen Kronprinzen ermordet worden, der schließlich Selbstmord beging.(APA/Reuters)

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