Bürgerkriegsgefahr wächst

22. Februar 2002, 09:46
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USA überlegen Entsendung von Bodentruppen- Großaufgebot "zur Stabilisierung"

Washington - Angesichts zunehmender Spannungen zwischen rivalisierenden Stammesführern in Afghanistan wächst nach einer Analyse des US-Geheimdiensts CIA die Gefahr eines Bürgerkriegs in dem zentralasiatischen Land. Besonders problematisch seien die anhaltenden Konflikte im Norden des Landes zwischen Usbeken und Tadschiken, hieß es am Donnerstag (Ortszeit) aus Geheimdienstkreisen.

"Bodentruppen aus USA zur Stabilisierung"

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld schloss nicht aus, dass die USA zur Stabilisierung ein Großaufgebot von Bodentruppen in das Land entsenden könnten. Rumsfeld betonte, derzeit würden verschiedene Optionen geprüft, darunter auch die von ihm favorisierte Entsendung von US-Truppen. Sie sollen auch der afghanischen Übergangsregierung beim Aufbau einer eigenen Armee helfen. Als Alternative gilt die Aufstockung der zurzeit 4.500 Mann umfassenden internationalen Schutztruppe in Kabul (ISAF), an der die USA nicht beteiligt sind. Bisher hat Washington einen Teilnahme an der Schutztruppe trotz europäischer Ersuchen vehement abgelehnt.

Der von Rumsfeld zuvor eingeräumte "Irrtum" von US-Truppen beim Angriff auf afghanische Dorfbewohner im Jänner wird keine Konsequenzen haben. Bei den Opfern habe es sich zwar weder um El- Kaida-Kämpfer noch um Taliban gehandelt, dennoch hätten die Soldaten seiner Einschätzung nach keinen Fehler begangen, sagte Rumsfeld. Die Lage in Afghanistan sei "schwierig" und "unübersichtlich". Die US- Soldaten seien beschossen worden und hätten darauf richtig reagiert. (APA,ag.)

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