US-Forscher melden Fortschritte im Kampf gegen Toxoplasmose

21. Februar 2002, 19:50
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Malaria-ähnliche Krankheit vor allem für Schwangere gefährlich

London - Die für Schwangere hoch gefährliche Infektionskrankheit Toxoplasmose kann künftig womöglich wirksamer bekämpft werden. Wie die britische Fachzeitschrift "Nature" in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet, haben US-Forscher offenbar einen Weg zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Krankheit gefunden. Dies könne auch bei der Malaria-Bekämpfung nützlich sein.

Den Mikrobiologen von der Dartmouth Medical School im US-Bundesstaat New Hampshire gelang es dem Bericht zufolge, den Erreger der Toxoplasmose genetisch so zu verändern, dass er die Krankheit nicht mehr auslöst. Bei ihren Versuchen an Mäusen blockierten die Wissenschaftler lediglich ein Enzym, von dem sich der Parasit mit dem wissenschaftlichen Namen Toxoplasma gondii ernährt, und verhinderten so seine Vermehrung. Der modifizierte Erreger, der das Tier infiziere, ohne die Krankheit auszulösen, könne als Prototyp für einen Impfstoff genutzt werden, betonte der Forscher David Bzik in "Nature".

Toxaplasmose wird vor allem durch nicht ausreichend gegartes Tierfleisch auf den Menschen übertragen. Hauptwirt ist die Hauskatze. Durch Katzenkot kann die Krankheit, auch in Staubform, auf andere Tiere übertragen werden, die dann vom Menschen verzehrt werden. Die Krankheit bleibt häufig latent, kann aber auch Lungenentzündung und Hautausschläge auslösen. Besonders gefährlich ist die Infektion für schwangere Frauen: Der Ausbruch der Krankheit kann zu Fehlgeburten führen oder Missbildungen sowie schwere Erkrankungen des Neugeborenen verursachen. (APA)

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