Der ORF lässt von sich erzählen

20. Februar 2002, 11:40
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Franz Ferdinand Wolf: "25 Jahre ORF. 1975 - 2000" - ORF-Sprecher will der "ORF-Auskenner" jedoch nicht werden

Schon länger hat der ORF nicht an seiner Chronik schreiben lassen. Der letzte Band stellte die Jahre 1967 bis 1974 auf mehr als 300 Seiten dar. Franz Ferdinand Wolf, Autor des nun vorliegenden Werkes, musste 25 Jahre auf etwas weniger Platz unterbringen. Eine harte Komprimierungsarbeit angesichts der relativ bewegten Geschichte des Hauses. Nicht weniger als vier Generalintendanten mussten interviewt werden - auf nicht einmal 40 Seiten. Rekordverdächtig angesichts dieser Umfänge: Die Antwort Gerd Bachers zum Thema "Vom Monopol zum Marktführer". Sie verläuft über fünf Spalten.

Ohne lästige Zwischenfragen

Lästige Zwischenfragen gibt es nicht. Das war in einer ORF-Chronik, die vom ORF initiiert wurde (ist im Band vermerkt), auch nicht wirklich zu erwarten. Als Nachschlagewerk kann das Buch aber durchgehen. Aufgrund einiger Texte, die wenigstens versuchen, Distanz zu wahren. Und nicht zuletzt wegen eines nicht weniger als 70 Seiten umfassenden Rückblicks auf Daten und Fakten von 1975 bis 2000, in dem nicht nur historisch eher unbedeutsame Ereignisse wie "Der Posten des Landesintendanten für Niederösterreich wird in der Wiener Zeitung neu ausgeschrieben" aufgelistet sind.

Ausräumen von angeblichen "Missverständnissen"

Das Buch ist natürlich auch als ein Versuch zu werten, ORF-Anliegen den Zuschauern näher zu bringen. Nicht zuletzt im Kapitel "Der ORF im Wettbewerb" wird das deutlich, wo mit 15 angeblich verbreiteten "Missverständnissen" aufgeräumt wird. Von "Der ORF hat ein Monopol!" bis "Den Österreichern ist der ORF egal!" Das Argument gegen das erste "Vorurteil" kennt man ja: Privatfernsehen über Kabel und Satellit und so weiter. Letzteres kann ohnehin nie jemand ernsthaft behauptet haben.

Nicht interssiert

Kein Interesse" habe er an dem Posten des ORF-Pressesprechers, erklärte Franz Ferdinand Wolf dem STANDARD am Rande der Präsentation seines Buches "25 Jahre ORF". Damit dementierte er Gerüchte, wonach er Thomas Prantner als Leiter der ORF-Öffentlichkeitsarbeit nachfolgen sollte. (Peter Illetschko/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 20. Februar 2002)

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