Lindows meldet sich zurück

15. Februar 2002, 13:07
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Rechtsstreit um Markenname mit Microsoft nun auf 34 Seiten dargelegt - Verfahrenseinstellung wird gefordert

Der Rechtstreit zwischen dem Linux-Distributor Lindows und Microsoft geht in die nächste Runde. Nachdem Microsoft wegen der Namens-Ähnlichkeiten zwischen Windows und Lindows geklagt hatte, meldet sich nun Lindows mit einem 34-seitigen Statement zurück.

Anwälte wollen Microsoft-Anspruch widerlegen

Die Anwälte von Lindows versuchen zu beweisen, dass der Name "Windows" nicht geschützt werden kann und daher auch nicht geschützt ist. Unter "Windows" ist ihrer Meinung nach eine allgemein gebräuchliche Bezeichnung für ein grafisches Interface zu verstehen. In der "Verteidigungsschrift" werden einige Beispiele für Bezeichnungen gebracht, die sich ebenfalls - laut der Ansicht von Microsoft - gewisser Ähnlichkeiten mit Windows bedienen. So etwa WinFax, Window Washer, WinAmp, WinLinux und viele andere.

Weitere Klagen wären denkbar

Sollte das Gericht dem Antrag von Microsoft nachkommen, so sagen die Lindows-Anwälte eine weitere Klageflut von Unternehmen voraus. Ein Unternehmen, dass einen "Super-Stuhl" anpreist hat auch nicht die Rechte am Namen "Stuhl" so die Anwälte weiter. Das veröffentlichte Schreiben gibt einen interessanten Überblick über die Geschichte von Windows und eine Reihe von Einblicken in die "wundersame Welt des Markenrechts".

Erste Anhörung im Februar

Das zuständige Gericht hat eine erste Anhörung der beiden Streitparteien für den 27. Februar festgesetzt. Michael Robertson, Chef von Lindows, der durch seine Firma MP3.com bekannt wurde, will seine Linux-Software, die durch einen eigenen Übersetzungscode auch Windows-Programme problemlos ausführen soll, planmäßig weiterentwickeln und auf den Markt bringen. Eine erste Beta-Version wurde im Jänner 2002 erstmals veröffentlicht.(red)

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