Dänemark will Beitrittsverhandlungen heuer abschließen

7. Februar 2002, 15:46
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Rasmussen: Slowenien hat "außerordentlich gute Chancen" - Drnovsek äußert Vorbehalte zu EU-Finanzprogramm

Laibach - Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen sieht gute Chancen für ein EU-Beitrittsangebot an Slowenien beim Kopenhagener Gipfel im kommenden Dezember. "Slowenien hat außerordentlich gute Chancen", sagte Rasmussen am Mittwoch nach Gesprächen mit seinem slowenischen Amtskollegen Janez Drnovsek im Schloss Brdo bei Krainburg, meldet die slowenische Nachrichtenagentur STA.

Rasmussen sagte weiter, die EU-Erweiterung werde definitiv eine der Prioritäten der dänischen Unionspräsidentschaft in der zweiten Hälfte dieses Jahres sein. "Wir wollen die Beitrittsverhandlungen mit allen Kandidaten zum Kopenhagener EU-Gipfel abschließen." Rasmussen hält sich zu einem zweitägigen offiziellen Besuch in Slowenien auf. Er sprach mit Drnovsek auch über die NATO-Erweiterung. Beide Seiten gaben der Hoffnung Ausdruck, dass der NATO-Gipfel in Prag im November "eine Entscheidung über eine weitere Vergrößerung der Allianz fällt".

Vorbehalte Slowenien

Drnovsek informierte seinen dänischen Amtskollegen auch mit den Vorbehalten Sloweniens gegenüber des kürzlich vorgestellten Finanzprogramms der EU für die Zeit nach der Erweiterung der Union. Die Kandidatenländer sollen demnach erst nach Übergangsperioden von zehn (Agrardirektzahlungen) bzw. sieben Jahren (Regionalförderung) in den Genuss von EU-Geldern in voller Höhe gelangen. Drnovsek kritisierte, dass die EU-Staaten offensichtlich nicht bereit seien, ihre Beiträge zu erhöhen. "Die Verhandlungen werden sehr schwer", wird Drnovsek von der STA zitiert.

Rasmussen betonte, dass es sich dabei um einen Vorschlag der EU-Kommission handle und die Mitgliedsstaaten ihre gemeinsame Position erst im April endgültig formulieren werden. Die endgültige Entscheidung sei daher noch nicht gefallen, sagte der dänische Premier. Er bezeichnete den Vorschlag als "ausgeglichen", stellte aber gleichzeitig weitere Gespräche in Aussicht. Rasmussen äußerte seine Hoffnung, Lösungen zu finden, die sowohl die jetzigen Mitgliedsstaaten als auch die Kandidatenländer zufrieden stellen würden. (APA)

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