"Verkehrsriese" in der Ostregion geplant

6. Februar 2002, 08:13
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Verschmelzung der Verkehrsverbände - Wien ist skeptisch

Wien - Einen "Verkehrsriesen in der Ostregion" wollen die Niederösterreicher und Burgenländer schaffen: Noch in diesem Frühjahr solle der Verkehrsverbund Ostregion (VOR) mit den fünf Regionalverbünden in Niederösterreich und dem südlichen Burgenland zusammengelegt werden, hieß es am Dienstag. Einer der Hauptpartner im VOR - nämlich Wien - ist allerdings mehr als skeptisch.

Nach dem Ausstieg des Bundes als VOR-Gesellschafter wurde jedenfalls eine Neustrukturierung notwendig. Diese Verhandlungen stehen kurz vorm Abschluss: Künftig sollen Wien und Niederösterreich an der neuen VOR-GesmbH mit je 44 Prozent beteiligt sein, das Burgenland mit zwölf Prozent.

Für die Kunden wird das vorerst keine großen Auswirkungen haben. Langfristig geplant ist zwar ein einheitliches Tarifsystem für alle drei Bundesländer; der Realisierungszeitraum ist aber noch nicht fixiert. In Niederösterreich hofft man auf ein Verschwinden der quer durch das Bundesland verlaufenden Systemgrenzen in eineinhalb bis zwei Jahren. Wien gibt sich in dieser Frage eher ablehnend, ebenso wie beim niederösterreichischen Wunsch, den Geschäftsführer des neuen Unternehmens zu stellen.

Prinzipielles Anliegen

Was die Zusammenlegung mit den anderen Regionalverbänden betrifft, heißt es auch im Kabinett der Infrastrukturministerin Monika Forstinger (FP), dies sei prinzipiell auch ein Anliegen des Ministeriums.

Das Anliegen der Stadt Wien ist allerdings ein anderes: Die Interessen im Ballungsraum Wien und in entlegeneren Regionen seien zu unterschiedlich, erklärt der Wiener Finanzstadtrat Sepp Rieder im STANDARD-Gespräch. Daher wäre es auch schwierig, zu einem einheitlichen Tarifsystem zu kommen. Und: "Bisher haben wir uns gegenüber der EU gut durchgesetzt mit dem Argument, dass es sich beim VOR um Regionalverkehr handelt und daher Ausschreibungen nicht notwendig sind", erläutert Rieder. "Wenn das eine überregionaler Verbund wird, würden die gleichen Bedingungen gelten wie bei der Bahn."

Eine Sorge ist Rieder aber los: Der Bund hat inzwischen zugesichert, dass die Mitfinanzierung des VOR weiter bestehen bleibe. (frei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.2.2002)

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