Berlusconi will noch halbes Jahr als Außenminister amtieren

5. Februar 2002, 16:08
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Italiens Regierungschef möchte Effizienzstandards steigern - Mit Finis Konvent-Nominierung zufrieden

Rom - Die Erfahrung als interimistischer Außenminister scheint dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi Spaß zu machen. In einer Rede vor dem außenpolitischen Ausschuss des römischen Parlaments bekundete Berlusconi am Dienstag, dass er weitere sechs Monate das Außenministerium interimistisch führen werde. Diese Zeitspanne sei notwendig, um eine tiefgreifende Umstrukturierung des Ministeriums in die Wege zu leiten.

Der Ministerpräsident will die Effizienzstandards des Außenamts erhöhen, das italienischen Unternehmern die Eroberung ausländischer Märkte erleichtern solle. Auch die Kosten für die diplomatischen Vertretungen Italiens im Ausland sollten reduziert werden, sagte Berlusconi, der seit dem Rücktritt des Ministers Renato Ruggiero vor einem Monat das Außenministerium interimistisch führt.

In seiner Rolle als Außenminister will Berlusconi die Beziehungen zu den osteuropäischen Ländern sowie zu den Staaten des südlichen Mittelmeerraumes fördern. Im April plant er Staatsbesuche in Bulgarien, Rumänien und Ungarn. "Rumänien und Bulgarien werden nicht mit der ersten Gruppe der Union beitreten können. Wir wollen ihnen trotzdem zur Seite stehen und sie aktiv unterstützen", meinte Berlusconi.

Der Ministerpräsident erklärte sich mit der umstrittenen Ernennung des Vizepremiers und Chefs der rechten Nationalallianz (AN, zweitstärkste Regierungspartei), Gianfranco Fini, als Vertreter der italienischen Regierung im EU-Reformkonvent zufrieden. "Italien ist im Konvent gut repräsentiert. Alle Vertreter sind überzeugte Europäer." Berlusconi äußerte die Hoffnung, dass die neue Europäische Grundcharta im Dezember 2003 am Ende der italienischen EU-Präsidentschaft im zweiten Halbjahr des kommenden Jahres in Rom unterschrieben werden könne. (APA)

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