Märchenhafte Wanderwege um Wilhelmsburg

5. Februar 2002, 12:39
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Auf den Spuren von Kobolden, Feuermandln und bösen Männchen

Einfach sagenhaft! Diese prägnante Aussage trifft auf einige Wanderrouten im Bereich der niederösterreichischen Stadt Wilhelmsburg zu, wo man lokale Sagen und Geschichten in die Routenvorschläge eingebunden hat.

Man glaubt es kaum, wie viele Kobolde, Feuermandln und böse Männchen in dieser Gegend ihr Unwesen getrieben haben, wie oft der Teufel seine Hand im Spiel gehabt hat. Der "Galgenweg" jedoch hat einen geschichtlichen Hintergrund, denn die an weithin sichtbarer Stelle gebaute Hinrichtungsstätte jagt einem heute noch das Gruseln über den Rücken.

Auch der Altenburg, einem Hausberg mit einer kleinen Festung, von der allerdings nur mehr geringe Reste vorhanden sind, sieht man an, dass sie das Tal der Traisen sperrte. An den sagenhaften Plätzen hat man Granitblöcke aufgestellt, auf denen eine Tafel mit einer Kurzfassung der jeweiligen Geschichte angebracht ist. Man braucht also kein Buch mitzuschleppen, um auf den Routen bestens informiert zu sein. Zudem hat man eine Sagen-Wanderkarte aufgelegt, die alle notwendigen Angaben enthält; sogar die wichtigsten Geschichten sind auf ihr verzeichnet. Es gibt drei Sagen-Wanderwege, die man zu einer ausgedehnten Runde kombinieren kann, auf der man immer wieder durch freies Gelände marschiert, welches ungehinderte Sicht zu den Voralpen - bis zum markanten Ötscher - ins Alpenvorland, zur niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten und natürlich ins Tal der Traisen garantiert.

Einkehrschwung

Da auf der Runde auch zwei Schutzhütten liegen, hat man auch kein Problem, eine geeignete Stätte für die Rast zu finden, was zur winterlichen Zeit ein zusätzlicher Grund für diesen Wandertipp ist. Wer gern mehr Sagenhaftes hat, der sei auf das jährliche Sagenfestival Ende Mai in Wilhelmsburg verwiesen, bei dem auch Sagen aus anderen Gegenden vorgestellt werden.

Die Route

Von der Bahnhaltestelle Kreisbach am Ortsrand von Wilhelmsburg wandert man auf dem rot markierten Traisentalweg bis zur Haltestelle Göblasbruck und wechselt dann (Wegweiser) auf den gold-weiß markierten Altenburgweg, um zur Altenburg und über das Gugerl und das Gehöft Stadelböck in rund zwei Stunden zur Stockerhütte aufzusteigen. Nun wechselt man auf den türkis markierten Sagen-Höhenweg und wandert über die Zehethofer Höhe zur Katzelhofer Höhe und über "In der Öd" zur Ochsenburger Hütte auf der Rudolfshöhe. Gehzeit ab Stockerhütte 3-3 Stunden. Auf dem Galgenweg - lila markiert und beschildert - geht es in einer Dreiviertelstunde zurück zum Ausgangspunkt.

Gesamtgehzeit 5-6 Stunden, Höhendifferenz ca. 600 m.
Stockerhütte (kein Ruhetag), Ochsenburger Hütte (Montag und Dienstag geschlossen).
Schubert & Franzke "Sagen-Wanderkarte Wilhelmsburg", Maßstab 1:30.000; Bundesamtskarte Blatt 56 (St. Pölten). (Der Standard, Print-Ausgabe, Bernd Orfer)

  • Die Ochsenburger Hütte

    Die Ochsenburger Hütte

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    grafik: der standard

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